Quote – Die eierlegende Wollmilchsau

Zur Zeit wird ja – Dank Brandenburg – wieder fleißig über Quoten debattiert. Okay. Ich will an dieser Stelle nun gar nicht auf die ganzen Pros & Cons eingehen – davon haben wir auf Twitter ja alle schon genug.  Ich selber bin kein Fan von Quoten, unter anderem weil ich nicht glaube, dass die große Veränderung bringen.

Ran an die Zahlen

Um meinen eigenen Standpunkt zu überprüfen (vielleicht liege ich ja falsch?) habe ich mir mal die Mühe gemacht und das ganze Quotengedöns am Beispiel des aktuellen Bundestags durchgerechnet. Der Bundeswahlleiter bietet da ne praktische CSV zum Download an. Ein bisschen ZÄHLENWNNS drüber gelegt und schon haben wir höchst interessante Zahlen!

Aktueller Stand

Die aktuelle Zusammensetzung nach Geschlecht und Partei findet man auf der Webseite des Deutschen Bundestages:

Das Verhältnis 219 : 490 ist in der Tat nicht wirklich befriedigend.

Um herauszufinden, wie sich eine Quote bei der Besetzung der Listenkandidaten bei der letzten Bundestagswahl ausgewirkt hätte müssen wir erstmal filtern, wie viele Frauen und Männer per Direktmandat (Erststimme) und über die jeweiligen Landeslisten (Zweitstimmen) gewählt wurden:

Auf den ersten Blick für mich interessant ist die Tatsache, dass bei 3 Parteien – SPD, Grüne, Linke – die Frauenquote bei den Zweitstimmen-Mandaten über 50% lag. Bei einer  paritätischen Besetzung der Wahllisten wären bei diesen Parteien also sogar WENIGER Frauen gewählt worden.

Wenn wir jetzt die Zahlen gemäß der Parität anpassen sieht die Tabelle wie folgt aus:

(Bei ungeraden Mandaten habe ich den überzähligen Platz zugunsten der Frauen vergeben.) Insgesamt wären nun also 52 Frauen mehr im Parlament. Diese würden sich allesamt aus den Parteien AfD (36), FDP (22) und CDU (3) rekrutieren. SPD, Grüne und Linke würden weniger Frauen, dafür mehr Männer ins Parlament schicken.

Auswirkung der Quote

Da die Direktmandate von einer paitätischen Listenbesetzung gar nicht betroffen wären, gäbe es dort keine Änderung der Zahlen. Die jeweiligen Endergebnisse im Vergleich sehen wie folgt aus:

Eine paritätische Listenbesetzung hätte also bei der letzten Bundestagswahl die Frauenquote um sage und schreibe 7,33% gesteigert und lediglich die Anzahl der Frauen aus dem rechts-konservativen, bzw. dem wirtschaftsliberalen Milieu vergrößert, wohingegen die Anzahle der eher linksorientierten Frauen abgenommen hätte.

Persönliches Fazit

Ich hab nix für Quoten übrig. Aus einer Vielzahl von Gründen. Gegen das Paritätsgesetz zu klagen ist aber imho auch eine der dümmsten politischen Signale, die man als eher links-orientierte Partei setzen kann.

Wegen 7% mehr sehe ich es jedenfalls als verschwendete Lebenszeit darüber verbitterte Debatten zu führen. Wenn du für Quoten bist: Mach halt, bringt eh kaum was. Wenn du gegen Quoten bist: Lass sieh halt machen, bringt eh kaum was. Oder ihr investiert eure Energie allesamt in Überlegungen, wie man die Zusammensetzung von Parlamenten wirklich sinnvoll und effektiv gestaltet. Nicht nur in Bezug auf Frauen sondern auf alle Geschlechter, Berufsgruppen und sozialen Milieus.

#Bings – Da war doch was…

Ich war in Bingen.

Ein bisschen wandern, ein bisschen Wein, Sonnenschein, alles fein.

Oder vielleicht doch nicht?

Ich war bereits schon einmal in Bingen. Manche von euch erinnern sich vielleicht noch an ein Wochenende im Mai 2010.

Seltsamer Zufall, der mich 8 Jahre später wieder an diesen Ort bringt und mich dazu bewegt ein Resümee zu ziehen.

Die Geschichte, wie ich zu den Piraten kam habe ich schon oft erzählt. Es war im September 2009. Den Wahlkampf zur Bundestagswahl habe ich nicht wahrgenommen, genauso wie auch die Wahlkämpfe zuvor nie wahrgenommen hatte. Politik? Nee… ist doch eh alles doof und überhaupt.

Die ganzen Flyer im Briefkasten von ABC bis XYZ landeten ASAP im Müll. Gut, den Flyer der PBC habe ich aus Gründen der Belustigung vorher doch gelesen.

Eines Tages war da aber etwas Neues. Ein Plakat. Ein einziges Plakat in der Durchgangsstraße im Städtchen.

“Bist DU Terrorist?” stand da drauf.

Jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit fuhr ich an diesem Plakat vorbei. Und jeden Tag brachte mich dieses Plakat zum Nachdenken. Brachte es doch genau das zum Ausdruck was ich mir seit Jahren dachte und was niemand in meinem Umfeld verstand, wenn ich es zur Sprache brachte. Wenn ich mich über die Sicherheitschecks am Flughafen aufregte bekam ich in der Regel die lapidare Antwort “Ja willst du denn, dass bald die Flugzeuge reihenweise vom Himmel fallen?” oder “Ja aber es dient doch der Sicherheit!”.

Und nun hing da eben dieses Plakat…. “Piratenpartei”… das klang total bekloppt. Aber auch irgendwie cool… aber hauptsächlich bekloppt. Es dauert nicht lange und Google spuckte entsprechende Ergebnisse aus.

Und es war toll. Irgendwie sagten die genau das, was ich dachte. Da waren Leute, die endlich mal was Vernünftiges zu sagen hatten. Im Forum fand ich sogar einen Termin für den Stammtisch in meiner Gegend. Es war Montag, der 28. September 2009, der Tag nach der Bundestagswahl, als meine Reise begann.

Da saßen Sie alle. Frank, Felix, Stephan, Martin, Luise… und von nun an auch ich. Ein Haufen Gleichgesinnter die begeistert waren von einer Idee. Ein Haufen Nerds, die den Leuten da draußen erklären wollten, dass sich da ein paar Dinge in eine echt schlechte Richtung entwickelten. Wir setzten uns mit Plakatiergenehmigungen auseinander.  Wir lernten Hartfaserplatten zu bekleben und wie man sie an eine Laterne hängt ohne dauernd Staub ins Auge zu kriegen. Wir – allesamt “Kellerkinder” – standen stolz und aufrecht in den Fußgängerzonen, verschenkten Blumen und Flyer und sprachen mit Menschen. Weil uns diese Idee begeisterte. Weil wir für etwas brannten. Weil wir stolz waren auf unsere Piratenpartei.

Keiner von uns war angetreten die Welt zu verändern,

aber wir waren davon überzeugt, den Leuten die Augen öffnen zu können.

Natürlich mussten wir gnadenlos scheitern. Aber das sahen wir damals nicht. Wir hatten einfach eine verdammt gute Zeit in diesem Jahr 2010.

“Der Bundesparteitag ist in Bingen. Lass uns doch mal da hin fahren und uns das anschauen!” Sagte Mitpirat (und nach all der Zeit immer noch geschätzter Freund).

Okay, sagte ich und ab ging’s an einem Samstag im Mai auf die A61. An viele Dinge von damals erinnere ich mich nicht mehr. Es war alles aufregend und neu und verdammt cool.

Ich weiß noch wie ich ehrfürchtig den Worten des damaligen Bundesvorsitzenden Jens Seipenbusch lauschte und wie Christopher Lauer schon damals seine One-Man-Show auf der Bühne abzog.

Viele Menschen die ich damals zum ersten Mal von Weitem gesehen habe durfte ich später irgendwann auch persönlich kennen lernen. Nicht immer eine tolle Erfahrung, aber in jedem Fall lehrreich.

Während ich diese Zeilen in die Tastatur hacke ist dieser Spirit von früher auch sofort wieder gegenwärtig. Diese Aufbruchstimmung. Dieser Geist von Neuem und Bedeutsamem. Das gute Gefühl etwas Sinnvolles zu tun und Teil einer globalen Bewegung zu sein.

Schnitt.

Es ist September 2018. Noch 16 Monate und ich bin 10 Jahre dabei. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich den Briefkasten öffne und ich mein Jubiläumspaket finde. Dann darf ich mich auch mit einer goldenen Mitgliedskarte akkreditieren. Es macht nichts, dass ich dieses Paket für Jubilare selbst eingeführt habe… und wahrscheinlich wird Gordon auch nicht den Text ändern, so dass ich einen Brief lesen werde, denn ich quasi an mich selbst geschrieben habe. Wenn es den PShop bis dahin noch gibt…

Vor Kurzem habe ich sämtliche Tätigkeiten für die Partei eingestellt. Und verdammt nochmal, ich habe echt was getan für dieses Projekt. Das ist nichts Besonderes, denn die Meisten von euch haben das. Und jeder von euch kennt das Gefühl zusehen zu müssen, wie Dinge, die ihr hart erkämpft habt, der Erosion anheim fallen.

Der Geist von damals ist schon lange nicht mehr da. Der Stolz von damals ist einer nicht enden wollenden Serie von Fremdschäm-Momenten gewichen. Aus dem Haufen Gleichgesinnter ist eine diffuse Menge geworden, die nie gelernt hat aus ihrer Pluralität und Energie Kapital zu schlagen, in dem sie sie in feste und geordneten Bahnen lenkt.

Nach 12 Jahren hat die Partei immer noch kein Konzept um Problemstellungen zu diskutieren und in einem verbindlichen Konsens zu lösen.

Zwischen unterschiedlichen Meinungen gibt es keinerlei moderierten Dialog, vielmehr haben wir das Erschaffen von Parallelstrukturen geradezu zelebriert, nur um uns nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen zu müssen.

Das Motto “Denk selbst!” wurde pervertiert zum Credo von Verschwörungstheoretikern und Hierarchie-Allergikern.

In unserem öffentlichen (und nichtöffentlichen) Empörungsverhalten sind wir oftmals genauso faktentreu und und reflexgesteuert wie die sogenannten “Wutbürger”. Mit dem Unterschied, dass wir auf der anderen Seite des Spektrums stehen… also die Meisten von uns.

Aus Zensursula & Co, sind “Die da oben” im BuVo oder LaVo geworden.

Ein kluger Ex-LaVo den ich sehr schätze hat mal gesagt: “Unser Netzpolitisches Programm wurde geschrieben, als YouTube noch in den Kinderschuhen steckte.” Seit dem hat sich da nicht mehr viel getan. Dennoch versuchen wir noch das Image der “Internet-Partei zu pflegen. Neben der Teilnahme an Anti-Nazidemos, Refugees-Welcome-Demos und dem drölfzigsten BGE-Themenabend.

Ist alles wichtig. Verdammt wichtig. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Politik und politischem Aktivismus. Das haben wir irgendwie auch nie gelernt.

Klar. Das ist (m)eine überspitzte Darstellung. Es gibt reichlich Zwischentöne. Laute und Leise. Aber das hier ist MEIN Resümee. Und wenn mich heute jemand fragt, warum ich noch Mitglied in der Piratenpartei bin weiß ich keine Antwort mehr.

Ich befürchte, es geht vielen von euch so wie mir. Das ist die eine Sache die mir Hoffnung gibt. Nicht für die Piratenpartei. Aber für diese großartige Idee von einst. Könnt Ihr sie auch noch spüren?

Dann solltet ihr jetzt weiterlesen bei @lostincoding. 

Und dann sollten wir allesamt dringend eine Antwort auf die Frage “Was tun?” finden.

Friendly Reminder – Morgen is LPT!

Morgen isset soweit: LPT 17.3 und Vorstandswahl.

Spätestens jetzt wäre die letzte Gelegenheit sich intensiv mit den Kandidaten auseinanderzusetzen. Unsere freundliche Kandidatenkommission hat alle wichtigen Infos ganz vorbildlich und übersichtlich zusammengetragen.

Anbei ein riesiges DANKESCHÖN an den Piratenschlumpf, der den ganzen Kram alleine machen musste. Ich hatte mich ja aus der Sache rausgenommen, in dem Moment als ich meine eigene Kandidatur erklärte, aus Befangenheitsgründen. Piratenschlumpf rockt mega!

Noch ein paar Worte in eigener Sache:

Ich freue mich, dass wir einige coole Kandidaten haben. Vor allem auch, dass sich ein paar neue Gesichter trauen. Hélder z.B. ist ein guter Typ und auch Basti kann man unbedenklich als Beisitzer wählen. Ich bin auch sehr froh, dass Ralf sich den GenSek-Job trotz der Widrigkeiten nochmal antut, denn ohne ihn würden viele Dinge im Hintergrund nicht so reibungslos laufen wie sie es dank ihm tun. Ohne Wako als tragende Säule wäre der LaVo irgendwie auch nicht vorstellbar. Danke euch allen dafür! Beim Rest des Kandidatenfeldes ist die Gefühlslage eher durchwachsen.

Es gibt nämlich (einzelne) Kandidaten von denen ich Dinge gehört oder gelesen habe, die mich echt zweifeln lassen. Wer erstmal fragt, wie hoch denn das Vorstandshonorar ist lebt offensichtlich in seiner eigenen Welt. Wer ein zweistelliges Europawahlergebnis anpeilt ist ambitioniert aber auch völlig an der Realität vorbei. Das Hochhalten des Regionalproporzes zur Interessensvertretung im Landesvorstand ist ehrenvoll, aber bisher konnte mir noch niemand genau sagen welche Interessen die Regionen denn haben, die im LV vertreten werden müssen, nicht mal die Regionen selbst. Auch die Etablierung der Struktur eines „Reisevorstandes“ ist weder ressourcenschonend noch nachhaltig.  Wer vorschlägt erstmal ein Presseteam einzustellen ist mit seinem Informationsstand bzgl. der Parteifinanzen auch nicht so richtig auf der Höhe.

Leute, es nutzt doch nichts Dinge zu versprechen weil sie toll klingen. Es ist wichtig Träume und Visionen zu haben. Davon lassen sich nämlich Ziele ableiten. Aber wer nur träumt und dabei die Realität völlig ignoriert wird nirgendwo ankommen.

Die Realität ist, dass wir als Partei seit 3-4 Jahren nur noch von unserer Substanz leben. Um den Laden am Laufen zu halten sind wenige Leute in der Tretmühle gefangen, so dass sie gar keine Zeit und Kreativität für Innovation haben. Ständig geht uns Wissen verloren, weil Einzelne wegbrechen und ihre Erfahrungen nicht weitergegeben werden können. Entscheidungen werden in der Regel zu spät getroffen und nicht konsequent durchgezogen. Der allgemeine Informationsstand über die eigene Partei ist oft dürftig. Sowohl bei den einzelnen Mitgliedern als auch bei den Vorständen auf jeder Gliederungsebene. Neues aufzubauen kostet unsägliche Kraft weil jeder jederzeit aufhören kann mitzuarbeiten, weil er irgendwas doof findet.

„Die kleinste organisatorische Einheit der Piratenpartei ist der Pirat.“ Diesen Satz habe ich bei meinem ersten Stammtisch 2009 gehört und er hat meine Vorstellung dieser Partei geprägt.

Wir sind keine „normale“ Partei. Wir sind eine Partei die mit dem hohen Gut „Basisdemokratie“ Werte wie Engagement, Eigeninitiative und Verantwortung vertritt. Wer diese Werte mit einer Mitgliedschaft vertritt muss sich bewusst sein, dass er sie auch mittragen muss.

Für die „kleinste organisatorische Einheit“ bedeutet das MINDESTENS: Bezahle deinen Mitgliedsbeitrag, denn ohne Kohle ist es völlig illusorisch, dass die Werte die DU vertrittst eine dauerhafte Lobby haben. Nichtmal die Hälfte der Mitglieder im Landesverband NRW haben 2017 ihren Beitrag bezahlt.

Ich verspreche euch keine Wahlergebnisse und werbe auch nicht damit das Amt des 2Vs als Vollzeitjob auszuüben. Aber ich habe einen Plan. Und ich habe einen zuverlässigen Team-Partner. Wir werden unser Bests geben. Lasst es uns angehen.

Alle, gemeinsam.

Glyphosat als Sündenbock? Pestizide in Deutschland.

Nach dem Alleingang des Agrarministers zur erneuten Zulassung von Glyphosat kochen sowohl Thema als auch Gemüter hoch.

„Es kann doch nicht sein, dass die da oben uns da unten vergiften!“

Zu Glyphosat hatte ich bisher keine wirkliche Meinung. Ja, alle sagen es ist ganz schlimmes Zeug.  Aber warum ist es denn überhaupt zugelassen? Vergiften uns die Politiker wirklich? Also habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und via Twitter um Infos gebeten. Die kamen auch. Reichlich.  Wer sich mal ansatzweise in das Thema einarbeiten will, der ist gut beraten nicht nur die einschlägigen NGO Seiten zu lesen wie zum Beispiel NABU oder Greenpeace. Als Einstieg empfehle ich den Wikipedia-Artikel und die Ruhrbarone. Auch ein Blogpost von @_amaz1ng  und einen recht umfassenden weiteren Beitrag zum Thema.

Wer dann noch mehr ins Detail gehen will kann sich in den Zulassungsbericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einarbeiten. (Achtung, viel Englisch!)

Wer sich durch all diese Informationen gearbeitet hat wird sich eine eigene Meinung zu Glyphosat gebildet haben. Ich für meinen Teil wollte aber nun wissen, welche Mittel denn sonst so in Deutschland zugelassen sind. Ist Glyphosat im Vergleich zu anderen Pestiziden tatsächlich so schlimm, dass diese ganze Aufregung um die Neuzulassung gerechtfertigt ist? Oder ist Glyphosat nur der Sündenbock und Symbol für ganz andere Probleme?

Beim BVL ist die Liste der in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel einsehbar.  Angefangen habe ich bei Teil 1 – Ackerbau – Wiesen und Weiden – Hopfenbau – Nichtkulturland.

Und was soll ich sagen? Direkt der erste aufgelistete Wirkstoff „Clothianidin“ und das aufgelistete Mittel „Poncho ungefärbt (025429-00/BAY)“waren Volltreffer.  Das Verbot von Poncho dauerte aber nur eine Woche. Interessant dazu auch eine kleine Anfrage der LINKE aus 2008.

Der in Deutschland zugelassene Wirkstoff „Imidacloprid“ ist giftig für Vögel und hat mindestens schädliche Auswirkungen auf Wasserflöhe und Bienen. Und steht nebenbei im Verdacht ein Nervengift zu sein.

Auch „Kupferhydroxid“ bzw. Kupfer im Allgemeinen (gerne eingesetzt bei BIO-Landwirtschaft) ist nicht ganz unbedenklich für Mikroorganismen. Bei Mäusen kann das Zeug zu mutagenen und gentoxischen Effekten in Knochenmark und Blut führen.

Der Wirkstoff „Methiocarb“ ist ein Nervengift und kann zu Erbrechen, Durchfall, Atemnot und Lungenödemen führen.

Thiamethoxam“ ist zumindest für Bienen echt schlecht.

Der Wirkstoff „Thiram“ kann in großer Dosis bzw. bei längerem Kontakt Allergien auslösen und die Leber schädigen.

An dieser Stelle bin ich am Ende des Kapitels „6.2 –  Mittel zur Behandlung von Saat- und Pflanzgut“. Das ist Seite 42 von 442. Und es ist der 1. Teil einer Liste von insgesamt 7 Teilen.

Man kann zu Glyphosat stehen wie man will, Tatsache ist aber, dass nicht ein einzelner Wirkstoff das Problem ist. Wer Glyphosat anprangert muss sich zwangsweise auch mit all dem anderen Kram beschäftigen den wir tagtäglich auf unsere Felder kippen. Wie gehen wir mit diesem Zeug um? Ist ein Verbot tatsächlich die Lösung?

„Würden Mittel wie Glyphosat verboten, wäre die Alternative, um das Greiskraut loszuwerden, die ganze Weide durchzupflügen, zu düngen und neu einzusähen. Magerrasenpflanzen und Blühpflanzen würden dann ausbleiben und es entstünde eine wirtschaftliche Wiese mit hohem Ertrag und Artenarmut.“

Weg von Pflanzenschutzmitteln bedeutet gleichzeitig auch weg von Landwirtschaft im industriellen Maßstab.  Sind wir dazu als Gesellschaft bereit? Sind wir als Menschheit dazu bereit? Ist ein regulierter, überwachter und verantwortungsbewusster Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sinnvoller als ein komplettes Verbot? Ist Glyphosat vielleicht besser und sinnvoller als alternative Gifte, die im Falle eines Verbots angewendet würden? Wie sähe eine Landwirtschaft ohne Pestizide aus? Könnte sie unsere Erwartungen erfüllen? Müssen wir unsere Erwartungen überdenken?

In der Sendung „Tagesgespräch“ des WDR am 28.11.2017 ging es um das Thema Glyphosat. Viele der Menschen die dort anriefen waren sehr empört und wütend über die Entscheidung des Agrarministers. Ich kann das nachvollziehen. Gleichzeitig frage ich mich aber, ob die alle denken, dass es mit dem Verbot dieses einen Mittels getan ist oder ob denen überhaupt bewusst ist, welches grauenvolle Zeug da sonst noch auf unsere Nahrungsmittel drauf kommt. Und wie viele dieser Anrufer sich auch über die Politiker beschweren würden, wenn sie keine drölfzig Supermärkte im Umkreis von 5km mit einem Überangebot von Nahrungsmitteln zur Verfügung hätten.

So lange Politiker und Parteien gewählt werden, weil sie „Wachstum“ versprechen ist diese ganze Empörung meines Erachtens scheinheilig. Fakt ist, es geht eigentlich nicht um Glyphosat sondern darum, dass „Wachstum“ nicht unendlich möglich ist und immer einen Preis hat. Und ob wir bereit sind diesen Preis zu bezahlen oder nicht.

 

 

Mission LaVo NRW

Zur Einleitung ein kurzes Video:

So viel zum Spaß, es folgt der ernsthafte Teil.
Ja, ich kandidiere als 2V NRW. Im Team mit Dennis. Heißt: Wird Dennis nicht gewählt trete ich auch nicht an. Das liegt vor allem daran, dass wir unabhängig von einander ziemlich kongruente Vorstellungen von einer möglichen Amtszeit als LaVo haben.
Ziel: Kommunalwahl 2020

Der kommende Landesvorstand wird in erster Linie die Aufgabe haben diesen Landesverband für die Kommunalwahl fit zu machen. Mit etwas Glück wird die Sperrklausel gekippt, aber dennoch – oder gerade deswegen – sollten wir unsere Hausaufgaben machen!

Was ist also zu tun?
ToDos
Kommunikation:
Nicht nur der Landesverband, die gesamte Partei hat ein großes Defizit hinsichtlich der Kommunikation. Der Informationsfluss funktioniert nicht, weder von oben nach unten noch von unten nach oben.
Wir brauchen eine Kommunikationsstruktur die transparent und institutionalisiert ist und bei der sich Wissen nicht bei einzelnen Personen anhäuft. Von dem Anspruch, dass ein Vorstandsmitglied jederzeit für über 1.000 aktive Mitglieder persönlich erreichbar ist müssen wir uns verabschieden und auch unsere Angewohnheit alle Aufgaben und Ideen mal eben spontan, ohne vorausschauende Planung umzusetzen verbrennt uns nur.
Mögliche Maßnahmen:
  • Etablierung einer „Marina NRW“ analog zur Marina Kassel auf Bundesebene
  • Bestandsaufnahme und Evaluation aller MLs 
  • Mehr Informationsfluss Top -> Down
  • Mehr Feedback Down -> Top

 

Basis und KVs stärken:
Wie im Video schon erwähnt: Die Bedürfnisse der KVs, der Basis und der Mandatsträger sind vielfältig. Hier müssen ganz konkret Erwartungen und Anforderungen formuliert werden. Damit ein Kreisverband nicht nur Kosten beim Wirtschaftsprüfer produziert sondern auch die Aufgaben wahrnehmen kann für die ein eigenständiger Gebietsverband eigentlich gedacht ist müssen die KVs aber nicht nur gefördert sondern auch gefordert werden. Dabei ist nicht nur die politische Arbeit vor Ort wichtig sondern auch die Beziehungspflege zu den Mitgliedern.
Mögliche Maßnahmen:
  • Eigenständige Ausarbeitung von Erwartungen und Bedürfnisse hinsichtlich der Unterstützungsleistungen des LaVos
  • Angebote für Schulungen und Workshops für verwaltungstechnische Vorgänge auf KV Ebene
  • Strikte Einhaltung der Fristen für den Rechenschaftsbericht, bzw. Konsequenzen bei Nichteinhaltung
  • Etablierung von „Bezirksräten“ als Interessensvertretung der KVs gegenüber dem LV

 

Politik:
NRW gliedert sich in 31 Kreise und 22 kreisfreie Städte. Nicht überall werden wir zur Kommunalwahl antreten können, aber dort wo wir es tun müssen wir unseren Aktiven zuarbeiten. Ständig das Rad neu zu erfinden kostet unnötig Kraft und Zeit. Auch unsere kommunalen Mandatsträger freuen sich über Unterstützung.
Mögliche Maßnahmen:
  • Zusammenschluss von Mandatsträgern zur Ausarbeitung eines Anforderungskatalogs: Welche Hilfe und Unterstützung wird von der Partei benötigt?
  • Entwicklung eines Themenpools für die einzelnen Kommunalwahlprogramme
  • Bedarfsorientierter Aufbau von AGs

 

Organisatorisch:
Ein Projekt in der Piratenpartei dauert immer grundsätzlich 6 Monate länger als berechnet, egal wie großzügig man plant. Ziel muss es sein endlich einmal RECHTZEITIG mit der Wahlkampforga zu beginnen um Plakate bzw. Flyer nicht auf den letzten Drücker drucken zu müssen. Auch die vollständige Besetzung der Wahlkreise wird uns vor große Herausforderungen stellen.
Möglich Maßnahmen:
  • Frühzeitiger Aufbau eines Kreativ-Teams als Serviceleistung für das ganze Print-Gedöns
  • Wahlkampfbudget des LVs planen
  • Werbemittel frühzeitig festlegen
  • Frühzeitige Ausarbeitung von Zielen (Z.B. die Anzahl der mit Kandidaten zu besetzenden Wahlkreise)

 

Finanzen:
Die Schatzmeisterei NRW ist besser als ihr Ruf. Also lasst uns mit ihrem schlechten Image aufräumen. Außerdem müssen wir uns die Finanzierung des Wahlkampfs Gedanken machen. Wir brauchen Kohle!
Mögliche Maßnahmen:
  • Solidarisches Werbemittelbudget diesmal nicht zurück in den LV Topf sondern als Rücklage für 2020
  • Monatliche Budgetübersicht für die vKVs
  • Keine Dramen mehr um Kassenprüfungen
  • Spendenkampagnen

 

Am Ende wird aber selbst der fleißigste LaVo nicht ein Bruchteil aller Baustellen bearbeiten können wenn wir nicht alle zusammen auf unser Ziel hinarbeiten.
Dazu gehört für mich insbesondere, dass wir uns alle an einmal getroffen Entscheidungen halten und nicht zwei Wochen später mühsam ausdiskutierte Pläne umwerfen weil irgendwer irgendwas doof findet oder jemandem ein neues Argument einfällt.
Wir haben nur eine Chance wenn alle konsequent an einem Strang ziehen.
Warum H3rmi wählen?
Zum Abschluss sollte ich wohl noch hervorheben warum ICH die Richtige für den Job bin. Ganz ehrlich? Es gibt bestimmt Leute, die für ein Vorstandsamt besser geeignet sind als ich. Aber bis wir die gefunden haben muss irgendwer den Job machen der keine Angst davor hat Entscheidungen zu treffen, die Dinge die er sich vorgenommen hat umsetzt, genug in der Realität verankert ist um nicht Wahlergebnisse von 13,37% zu versprechen und trotz allem noch mit Leidenschaft an die Idee „Piratenpartei“ glaubt.
All das kann ich. Das habe ich in drei Amtszeiten als Generalsekretärin im Bundesvorstand unter Beweis gestellt. Ich habe das Willkommenspaket für Neumitgliederumgesetzt, das Dankeschön für die 10-jährige Mitgliedschaft (Kein Spoiler an dieser Stelle) und die längst überfälligen Online-Formulare.
Außerdem habe ich das Team der SG Mitgliederaufgebaut und den Grundstein für ein neues, innovatives CRM gelegt welches wir jetzt gerade Schritt für Schritt ausrollen.
Mit vielen der anderen Kandidaten für den LaVo habe ich bereits gut und erfolgreich zusammengearbeitet: Mit Daniel im Rahmen der Landtagswahl, mit Ralf in Sachen Mitgliederbetreuung und LPT-Akkreditierung, mit Wako bei der Übergabe und Verantwortung der Barkasse bei LPTs und natürlich auch mit Bernd durch lange Jahre im selben Kreisverband. Auch bei den potentiellen Kollegen, mit denen mich bisher noch keine gemeinsamen Aufgaben verbinden sehe ich genügend Grundlagen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Wir sehen uns in Herne!

Pirate Secon 2017 – Ein Rückblick

Vom 16. -18. Februar fand in München die Pirate Secon statt – eine Alternative zur bekannten „Münchner Sicherheitskonferenz„.

In der Nachbetrachtung wurde die Pirate Secon als hammermäßiger Erfolg verkauft, allerdings ist immer noch unklar, welche Faktoren bei dieser Bewertung eine Rolle spielten.

Fakt ist: Die Veranstaltung war ein teuer Spaß (min. 15.000,-€) und es fehlt die Aufarbeitung, ob die Veranstaltung das Geld wert war. Eine Initiative aus Bayern versuchte eine solche Aufarbeitung, die einzigen Infos die sie erhielt kamen jedoch aus der Bundesschatzmeisterei mit dem Vermerk

Dies ist bisher keine offizielle Aussage des Bundesvorstands.

Am 25. April 2017 übermittelte ich dem Bundesvorstand deshalb folgenden Fragenkatalog:

Allgemein:
  • Wann wird eine abschließende Beantwortung durch den Bundesvorstand zum gesamten Themenkomplex voraussichtlich erfolgt sein? Vgl. „ Dies ist bisher keine offizielle Aussage des Bundesvorstands“
Verantwortung:
  • Welches Vorstandsmitglied / welche Vorstandsmitglieder war / waren für die Veranstaltung die verantwortlichen Ansprechpartner?
  • Welche Personen gehörten zum Orgateam der Veranstaltung und wie lautete deren Aufgabenbereich? Gab es weitere Beauftragte?
  • Liegt ein Bericht des beauftragten Orgateam/Personen der Veranstaltung vor und wo ist dieser veröffentlicht? (vgl. Beauftragten GO, §5 Transparenz, Abs. 4, Satz 1 „Alle Beauftragten erstatten über ihre Arbeit öffentlich Bericht“)
Finanzierung:
  • War Bastian Krone für die Beschaffung externer Finanzmittel zuständig, wie im ursprünglichen Konzept vorgesehen? Wenn Nein, wer war dafür zuständig?
  • Welche Summe wurde durch das vom BuVo  genehmigte Sponsoring der Veranstaltung aufgebracht
  • Welche Firmen waren Sponsor?
  • War Michael Kurt Bahr, für die Beschaffung interner Finanzmittel zuständig, wie im ursprünglichen Konzept vorgesehen? Wenn Nein, wer war dafür zuständig, bzw. wer hat die Aufgabe nach seinem Rücktritt übernommen?
  • Welche Summe wurde durch innerparteiliche Finanzierung aufgebracht? Bitte nach Gliederung aufschlüsseln, also Bund, LVs, etc.
  • hat der Bundesvorstand die Verwendung der Mittel offen gelegt wie gefordert
  • wer im Bundesvorstand ist zuständig für die Offenlegung der Verwendung der Mittel?
  • Wie viele Einnahmen in Summe wurden durch Ticketverkäufe oder Ähnliches erzielt? (19 Tickets à 40,-€ abzgl. 3,99 Gebühr = 684,19 € + ermäßigte Tickets (13 Stück zu  welchem Preis)?)
  • Welcher Gliederung kommen die Einnahmen (auch durch Sponsoring) zugute?
Kosten:
  • Im Kostenplan waren 17.180€ für die Veranstaltung vorgesehen. Wieviele Kosten sind tatsächlich angefallen? Aufschlüsselung nach Posten analog zu Kostenplan, „3. Zusammenfassung“
Außenwirkung:
  • Um welche Art Veranstaltung handelte es sich bei der SeCon?
  • Was war Ziel der Veranstaltung?
  • Im Pad ist vermerkt, dass die entstandenen Videos online verfügbar seien und Reichweite erzielt hätten.
  • Eine Suche bei youtube nach „Piratenpartei secon“ ergab zum Zeitpunkt der Erstellung der Fragen keine Treffer und auch im offiziellen youtube Kanal der Piratenpartei konnte nichts entsprechendes gefunden werden. Inzwischen findet man die Videos hier. Das „erfolgreichste“ Video hat 183 Klicks. Weshalb sind die Videos nicht beim offiziellen Youtube-Account zu finden?
  • Wie viel Berichterstattung durch Presse und Medienvertreter konnte die Veranstaltung erzielen? (ggfs. Anzahl der Onlineartikel, Links, etc.) (Diese Aufgabe liegt im Verantwortungsbereich der Bundespresse/ÖA, der BuVo möge diese Medienresonanzanalyse entsprechend delegieren)
  • Im Ursprünglichen Finanzkonzept waren 2.500,- € für Programmhefte, Plakate und Flyer vorgesehen.
  • Wurden entsprechende Materialen gedruckt?
  • Falls ja: 
  • Warum werden überhaupt außenwirksame Werbemittel für eine interne Weiterbildungsveranstaltung ( Zeile 40)  gedruckt?
  • Wie viele der jeweiligen Werbemittel wurde gedruckt?
  • Sind die entsprechenden PDFs, vor allem Programmheft und Flyer im Wiki hinterlegt?
  • An welchen Personenkreis wurden die Flyer ggfs. verteilt?
Fazit:
  • Ist der Bundesvorstand angesichts einer Darlegung von Kosten und Nutzen der Veranstaltung davon überzeugt, dass die Veranstaltung ein Erfolg war?
  • Plant der Bundesvorstand eine weitere Veranstaltung der Reihe „Secon“?
  • Falls ja, welchen Verbesserungsbedarf gibt es und wie wird sicher gestellt werden, dass die Maßnahmen zur Verbesserung auch umgesetzt werden?
  • Falls nein, welche Konsequenzen / Auswirkungen wird die Secon in Bezug auf andere Veranstaltungen und deren Finanzierung haben?

 

Bis heute erhielt ich keine Antwort oder Reaktion.

Generell habe ich nichts gegen ambitionierte Ziele. Ich bin auch der Meinung, dass man für mediale Reichweite und „Gesehenwerden“ Geld in die Hand nehmen muss. Das muss aber zielgerichtet geschehen und man muss nachhalten, ob die Maßnahmen die man getroffen hat ein Erfolg waren.

Wenn ich aber bedenke, dass der 1V am Ende Finanzanträge bei den Landesverbänden stellen musste, damit unser Pressesprecher (der nach einhelliger Meinung einen echt guten Job macht) noch bis Ende des Jahres beschäftigt werden kann, dann stelle ich mir die Frage, ob man die 15.000,-€ nicht besser in das Personalbudget gesteckt hätte.

So bleibt aber mangels Information der Eindruck, dass wir einen Haufen Kohle zum Fenster hinaus geworfen haben, damit ein paar Leute mal ein Wochenende „wichtig“ sein konnten und der PolGF für diese Amtszeit immerhin ein Prestige-Projekt vorzeigen kann (wenn auch sonst nichts).

Woche 3 – Fazit

Trainigseinheit

5 Minuten Aufwärmen

3 Minuten Laufen,  1,5 Minuten Gehen

5 Minuten Laufen,  2,5 Minuten Gehen

3 Minuten Laufen,  1,5 Minuten Gehen

5 Minuten Laufen,  2,5 Minuten Gehen

2,5 Minuten Abkühlen

Gesamt: 31,5 Minuten

#Mimimi

Alter Falter, war das eine besch*eidene Woche. Körperliche Leistungsfähigkeit scheint vom Zyklus abzuhängen. Soviel Mimimi und Wehwechen hatte ich glaube ich noch nie. Knie, Hüfte, Rücken, Beine, Arme, Bauch, Kopf… ALLES.

Morgens aufstehen und sich wie 80 fühlen weil alles weh tut…

Motivation

Diese Woche kaum vorhanden. Montag voll motiviert durchgezogen. Dienstag abgebrochen, weil Beine wie Blei und mit dem Kopf nicht dabei. Stattdessen die Runde einfach in Spaziertempo gegangen weil das Wetter so schön war. Mittwoch Pause. Donnerstag und Freitag irgendwie durchgezogen. Samstag pausiert, dafür 13km wandern um den Drachenfels. Sonntag dann wieder mit dem gewohnten Schwung.

Wo ich das jetzt so aufzähle hab war ich – trotz meines Eindrucks total faul und kaputt gewesen zu sein – echt fleißig. Krass.

Fitness

Die Trainingseinheit für Woche 3 zu überspringen und dafür mit Woche 4 weiter zu machen war eine gute Entscheidung. Das Gerenne in kurzen Intervallen war irgendwie nicht fordernd genug. Jetzt geht wieder ordentlich die Pumpe und der Atem auf der Zielgeraden. Ich bin überzeugt, dass ich in 3 Wochen die 5km locker durchlaufe. Ich liebäugle bereits mit der nächsten Challenge: 10km. Aber um einen weisen Gallier zu zitieren: Ich will die Haut des Wildschweins mal nicht verkaufen, bevor ich es erlegt habe. Das Ziehen in Hüfte und Knie und mein schmerzender Körper jeden morgen machen mir schon etwas Sorgen.

Ausblick

Ab sofort sieht der Trainingsplan für jeden Trainingstag einen anderen Trainigsablauf vor. Am Ende der kommenden Woche soll ich 20 Minuten durchlaufen. Hui. Na, ich bin gespannt. 🙂

Warum Alternativen eben keine sind

Nächsten Sonntag ist also Bundestagswahl und die AfD wird in aller völkischen Pracht Ihren Einzug ins deutsche Parlament feiern.
Das ist ja schon schlimm genug.
Aber die Massenpanik, die zur Zeit angesichts der blauen Pest um sich greift ist mir zuwider.
Mir wird gesagt, ich dürfe auf keinen Fall eine kleine Partei wählen, weil das ja die großen Parteien schwächt und der AfD mehr Sitze bringt.

Ich soll also SPD & CDU wählen, damit ich die AfD nicht noch stärker mache? Das Kartell, dass mit Agenda 2010 und der Unfähigkeit zukunftsfähige Politik zu machen all die Leute abgehängt hat, die jetzt den sogenannten Denkzettel verteilen? 

Ich soll diejenigen wählen, die aus Angst vor der AfD allesamt selbst nach Rechts driften um so viele Stimmen wie möglich abzufischen, weil im Zweifelsfall JEDES Mittel zum Machterhalt recht ist? Zum Glück gibt es noch Leute mit Verstand  da draußen, die euch Schaubilder malen oder journalistisch mal richtig geil abliefern!
Mir wird gesagt, ich solle aufhören meine Zeit und Energie in das tote Pferd „PIRATEN“ zu stecken und mich besser bei rotgrüngelbschwarz engagieren, so wie andere Ex-Piraten auch.

Okay. Meinetwegen sind die Reste der PIRATEN ein Haufen Dilettanten, die weder kampagnenfähig noch in der Lage sind strategisch und zielorientiert zu arbeiten. Wir haben die Strukturprobleme des großen Wachstums immer noch nicht überwunden, es fehlt an Geld und vielleicht ist unser Programm auch nicht mehr so innovativ wie es vor 5 Jahren war.

Wo ist denn bitte eure Alternative zu der ich gehen kann?
Eine Partei, bei der ich etwas bewegen kann und nicht in nem schäbbigen Kreisverband Plakate kleben darf, zwischen alten Männern, die sich für lau beim Schützenfest besaufen und Jugendorganisationen denen die Jugend ausgeht?
Zu den LINKEN, die selbst so einfallslos und verzweifelt sind, dass sie neuerdings Stolz mit den schlimmsten abgehalfterten Ex-Piraten für Fotos posieren und jetzt auch irgendwas mit Internet macht, während Sahra am rechten Rand fischen geht?
Soll ich zu den Grünen, deren großer Netzpolitiker Notz nur deshalb glänzen kann, weil wir PIRATEN die Netzpolitik salonfähig gemacht haben? Die Partei die ständig für die Legalisierung von Cannabis und gegen Braunkohle ist, aber in jedem Parlament, in dem sie die Gelegenheit bekommt entsprechend abzustimmen gegen ihre eigenen Forderungen stimmt?
Zur FDP, der großen neuen Digitalpartei, die unter dem Claim „Neu denken“ erklärt, dass Glasfaser besser ist als Kupfer und Europa Reformen braucht? Deren Spitzenkraft ausgelaugten Pflegekräften erstmal erklärt, dass sie nicht effizient genug arbeiten?
Zu CDU und SPD, die dafür gesorgt haben, dass vor allem Menschen im Osten sich abgehängt fühlen, sich beharrlich weigern eine Lösung für das zukünftige Rentensystem zu finden, Deutschland zum digitalen Entwicklungsland verkommen lassen und so ziemlich jedes wichtige Thema das angegangen werden muss verkacken? Die verstrickt sind in unaufgeklärte Parteispendenaffären, Diesel-Skandale gefakete Doktor-Titel & Uniabschlüsse? Parteien, die sich nur deshalb mit solchen Wahlergebnissen halten können weil sie sich von kommunaler Ebene aufwärts mit Vorstandsämtern, Verwaltungsposten und Aufsichtsräten in diesem System festgesetzt haben und auf mannigfaltigen Wegen an den Steuergeldern zur eigenen Finanzierung saugen wie an den Zitzen einer Sau? 
Nein danke!
So lange ihr mir keine Alternative zeigt werde ich halt weiterhin bei meiner 1% Partei bleiben.
Aber wisst ihr was? Wenn mich die nächsten Generationen fragen, was ICH eigentlich gemacht habe als die Nazis wieder ins Parlament kamen kann ich voller Stolz behaupten, dass ich Mitglied war in einer kleinen Partei, die versucht hat dieser Gesellschaft eine zukunftsfähige Alternative zu bieten, die nicht auf  Hass, Neid, Verboten oder Sündenböcken mit anderer Hautfarbe basiert.
Wir sind nur eine kleine Partei.
 Leider haben wir keine Politprofis wie Gabriel, Seehofer, Maas, Roth oder Oettinger, nur normale Menschen.
 
Wir haben nur wenig Geld, quasi keine Firmenspenden und hatten auch noch nie einen ernsthaften Lobbyistenbesuch beim Vorstand.
 
Obwohl wir kein Programm haben und für nichts stehen hat unser Programm 120 Seiten. Es ist innovativ, konstruktiv, smart und sozial gerecht und teilweise so zukunftsorientiert dass die anderen Parteien es nicht verstehen.
 
Dafür, dass wir T-Shirts mit politischen Statements tragen oder Bullshit beim Namen nennen haben wir uns oft und regelmäßig  von der Landtagspräsidentin rügen lassen.
 
Im Landtag NRW haben wir übrigens als kleinste Fraktion 2 Anträge durchbekommen. Das sind 2 mehr als die CDU. Trotzdem werden wir regelmäßig gefragt, ob wir überhaupt was gemacht haben. 
 
Auf kommunaler Ebene werden wir manchmal sogar von anderen Parteien gelobt.
 
Überflüssiges Geld für Fraktionen & Fraktionszulagen zahlen wir regelmäßig an die Verwaltungen zurück anstatt uns am Jahresende Häppchen zu gönnen, weil wir verantwortungsvoll mit dem Steuergeld der Bürger umgehen wollen.
 
Wenn es an Freiheitsrechte und Demokratie geht ziehen wir vors Bundesverfassungsgericht – und bekommen meistens Recht.
 
Wir legen uns auch mit der Verlegerschaft oder der GEMA an weil wir das Leistungsschutzgesetz für Blödsinn und die Künstler für unfair behandelt halten.
 
Nach Podiumsdiskussionen klettern unsere Zustimmungswerte regelmäßig, teilweise auf über 20%.
 
Beim Wahl-o-Mat sind die Menschen oft überrascht, dass sie viele Übereinstimmungen mit uns haben.
 
Trotzdem wählen viele Piraten nicht, weil sie glauben ihre Stimme wäre verschenkt. 
Wenn uns alle wählen würden, die glauben ihre Stimme wäre verschenkt würden wir locker 10% bekommen.

Woche 2 – Fazit

Trainigseinheit

5 Minuten Aufwärmen

6 Sets aus 90 Sekunden joggen & 2 Minuten gehen

4 Minuten Abkühlen

Gesamt: 31 Minuten

Verschleiß

In der Wochenmitte hatte ich das Gefühl einen Tag Pause einlegen zu müssen weil ich Schmerzen im Hüftgelenk hatte. An diesem Tag hat mir die Bewegung wirklich gefehlt, gleichzeitig hat mir die Ruhe auch gut getan. Die Schmerzen scheinen auf einen Haltungsfehler beim Laufen zurückzuführen zu sein. Jedenfalls ging es zum Ende der Woche besser mit dem Bewusstsein, dass ich mich aufrechter halten muss.

Der Verschleiß der mich weitaus mehr schmerzt als die Hüfte ist der von Socken. Im Durchschnitt geht jetzt jeden Tag, spätestens jeden zweiten Tag ein paar Socken in den Müll, weil ich sie an den großen Zehen durchscheuere. 🙂

Motivation

Je besser das Wetter, desto mehr freue ich mich auf draußen. Leider war das Wetter die ganze Woche eher kalt, nass und matschig. Lediglich heute (Samstag) war mir zum Wochenende ein herrlich sonniger Morgen beschert.

Wenn das Wetter einen nicht motiviert muss man sich also was anderes suchen. Ich bin sehr bemüht eine positive Einstellung aufrecht zu erhalten und mit jeden Tag ein Erfolgserlebnis bewusst zu machen. Die meisten verbrannten Kalorien, der schnellste Kilometer, die schnellste Trainigseinheit, die schnellste Gesamtrunde, IRGENDWAS findet sich immer. Und wenn sich nichts findet, dann bin ich immerhin stolz darauf, dass ich es  einen Tag mehr durchgezogen habe statt auf der Couch zu sitzen.

Es scheinen sich übrigens diverse Körperstellen zu straffen. Das könnte aber auch Wunschdenken sein. Jedenfalls habe ich lt. Waage 3kg mehr. Diese ganze Bewegung macht wirklich so richtig Hunger jeden Tag. Ich esse eindeutig mehr als vorher, aber ich bleibe auf jeden Fall unter 2.000 Kalorien am Tag. Vom Essen kann so viel Mehrgewicht also nicht kommen. Muskelmasse ist aber auch sehr absurd. Es ist jedenfalls sehr frustrierend wenn man eben noch die 70er gefeiert hat und die jetzt schon wieder schier unerreichbar scheinen. 🙁

Fitness

Ich bin mega erstaunt, wir stark ich diese Woche eine Verbesserung meiner Kondition bemerkt habe. Am Montag war ich noch froh, die neue Trainigseinheit mit den längeren Laufintervallen durchzuhalten ohne entkräftet zu sein. Freitag und Samstag habe ich die Trainingsapp sogar beukottiert, weil mir die Pausen zwischen dem Laufen viel zu lang waren. Statt zwei Minuten reichen mir locker 30-45 Sekunden um den Atem zu beruhigen. Damit habe ich die Laufintervalle also eigenständig verlängert.

Die 4 Minuten abkühlen laufe ich inzwischen einfach ganz locker durch, denn ich habe ja immer noch etwas Reststrecke bis nach Hause.

Trotzdem bin ich da erst mal verhalten optimistisch. Es muss sich noch rausstellen, ob das eine tatsächliche Verbesserung ist, oder ob das noch Teil der anfänglichen Euphorie ist.

Ausblick

Der Trainingsplan für Woche 3 sieht einen Wechsel von 90 Sekunden Joggen – 90 Sekunden Gehen und 3 Minuten Joggen – 3 Minuten gehen vor.

Ich überlege ernsthaft, ob ich Woche 3 überspringen soll und direkt bei Woche 4 weiter mache: 3 Minuten Joggen – 90 Sekunden Gehen / 5 Minuten Joggen – 2,5 Minuten Gehen / 3 Minuten Joggen – 90 Sekunden Gehen / 5 Minuten Joggen. Das  scheint besser zu meinem Leistungsstand zu passen.  Mal drüber nachdenken…

Woche 1 – Fazit

Trainigseinheit

5 Minuten Aufwärmen

8 Sets aus 60 Sekunden joggen & 90 Sekunden gehen

5 Minuten Abkühlen

Gesamt: 30 Minuten

Durchhalten

Nach den ersten beiden Tagen hatte ich wirklich überall Schmerzen. Vor allem der obere Rücken und Schultern haben mich gequält. Auch die Bauchmuskeln habe ich bei manchen Bewegungen gespürt und die Oberschenkel taten auch ziemlich weh.

Dass sich der Körper erstmal auf völlig ungewohnte Bewegungsabläufe einstellen muss war mir aber klar und kannte ich schon von meinen ersten Gängen ins Fitness-Studio. Warmes Wasser, reichlich Tiger-Balm und meine Faszienrolle haben geholfen um mich am nächsten Morgen wieder in die Laufschuhe zu bringen.

Überraschung

Zu meiner völligen Verwunderung habe ich tatsächlich Spaß an dem was ich da mache und ich freue mich jeden Abend darauf am nächsten Morgen wieder loslaufen zu dürfen. Ich musste mich regelrecht bremsen um nicht Abends eine zusätzliche Runde dran zu hängen. Bloß nicht in der anfänglichen Euphorie übertreiben! Mal sehen, wie lange dieser Spaß anhält wenn das Wetter nicht mehr mitspielt oder sich eine gewisse Routine eingestellt hat.

Fitness

Tatsächlich habe ich zum Ende der ersten Woche erste kleinere Verbesserungen in Sachen Fitness bemerkt. Nachdem ich etwas gebraucht habe um ein gutes Tempo zu finden (am Anfang bin ich viel zu schnell gerannt und war entsprechend nach der Hälfte schon kaputt), kann ich jetzt das Trainingsmuster für Woche 1 gut durchhalten und nach Abschluss der Einheit sogar noch etwas gemütliches Laufen dran hängen um mich zu Hause angenehm erschöpft und nicht völlig am Ende zu fühlen.

Ausblick

Der Trainingsplan für Woche 2 erhöht auf 90 Sekunden laufen und 2 Minuten gehen. Das sollte machbar sein, aber ich habe dennoch erstmal Respekt. 90 Sekunden klingt ja nicht viel, aber erstmal machen. 😀