Archiv für den Monat: Oktober 2017

Mission LaVo NRW

Zur Einleitung ein kurzes Video:

So viel zum Spaß, es folgt der ernsthafte Teil.
Ja, ich kandidiere als 2V NRW. Im Team mit Dennis. Heißt: Wird Dennis nicht gewählt trete ich auch nicht an. Das liegt vor allem daran, dass wir unabhängig von einander ziemlich kongruente Vorstellungen von einer möglichen Amtszeit als LaVo haben.
Ziel: Kommunalwahl 2020

Der kommende Landesvorstand wird in erster Linie die Aufgabe haben diesen Landesverband für die Kommunalwahl fit zu machen. Mit etwas Glück wird die Sperrklausel gekippt, aber dennoch – oder gerade deswegen – sollten wir unsere Hausaufgaben machen!

Was ist also zu tun?
ToDos
Kommunikation:
Nicht nur der Landesverband, die gesamte Partei hat ein großes Defizit hinsichtlich der Kommunikation. Der Informationsfluss funktioniert nicht, weder von oben nach unten noch von unten nach oben.
Wir brauchen eine Kommunikationsstruktur die transparent und institutionalisiert ist und bei der sich Wissen nicht bei einzelnen Personen anhäuft. Von dem Anspruch, dass ein Vorstandsmitglied jederzeit für über 1.000 aktive Mitglieder persönlich erreichbar ist müssen wir uns verabschieden und auch unsere Angewohnheit alle Aufgaben und Ideen mal eben spontan, ohne vorausschauende Planung umzusetzen verbrennt uns nur.
Mögliche Maßnahmen:
  • Etablierung einer „Marina NRW“ analog zur Marina Kassel auf Bundesebene
  • Bestandsaufnahme und Evaluation aller MLs 
  • Mehr Informationsfluss Top -> Down
  • Mehr Feedback Down -> Top

 

Basis und KVs stärken:
Wie im Video schon erwähnt: Die Bedürfnisse der KVs, der Basis und der Mandatsträger sind vielfältig. Hier müssen ganz konkret Erwartungen und Anforderungen formuliert werden. Damit ein Kreisverband nicht nur Kosten beim Wirtschaftsprüfer produziert sondern auch die Aufgaben wahrnehmen kann für die ein eigenständiger Gebietsverband eigentlich gedacht ist müssen die KVs aber nicht nur gefördert sondern auch gefordert werden. Dabei ist nicht nur die politische Arbeit vor Ort wichtig sondern auch die Beziehungspflege zu den Mitgliedern.
Mögliche Maßnahmen:
  • Eigenständige Ausarbeitung von Erwartungen und Bedürfnisse hinsichtlich der Unterstützungsleistungen des LaVos
  • Angebote für Schulungen und Workshops für verwaltungstechnische Vorgänge auf KV Ebene
  • Strikte Einhaltung der Fristen für den Rechenschaftsbericht, bzw. Konsequenzen bei Nichteinhaltung
  • Etablierung von „Bezirksräten“ als Interessensvertretung der KVs gegenüber dem LV

 

Politik:
NRW gliedert sich in 31 Kreise und 22 kreisfreie Städte. Nicht überall werden wir zur Kommunalwahl antreten können, aber dort wo wir es tun müssen wir unseren Aktiven zuarbeiten. Ständig das Rad neu zu erfinden kostet unnötig Kraft und Zeit. Auch unsere kommunalen Mandatsträger freuen sich über Unterstützung.
Mögliche Maßnahmen:
  • Zusammenschluss von Mandatsträgern zur Ausarbeitung eines Anforderungskatalogs: Welche Hilfe und Unterstützung wird von der Partei benötigt?
  • Entwicklung eines Themenpools für die einzelnen Kommunalwahlprogramme
  • Bedarfsorientierter Aufbau von AGs

 

Organisatorisch:
Ein Projekt in der Piratenpartei dauert immer grundsätzlich 6 Monate länger als berechnet, egal wie großzügig man plant. Ziel muss es sein endlich einmal RECHTZEITIG mit der Wahlkampforga zu beginnen um Plakate bzw. Flyer nicht auf den letzten Drücker drucken zu müssen. Auch die vollständige Besetzung der Wahlkreise wird uns vor große Herausforderungen stellen.
Möglich Maßnahmen:
  • Frühzeitiger Aufbau eines Kreativ-Teams als Serviceleistung für das ganze Print-Gedöns
  • Wahlkampfbudget des LVs planen
  • Werbemittel frühzeitig festlegen
  • Frühzeitige Ausarbeitung von Zielen (Z.B. die Anzahl der mit Kandidaten zu besetzenden Wahlkreise)

 

Finanzen:
Die Schatzmeisterei NRW ist besser als ihr Ruf. Also lasst uns mit ihrem schlechten Image aufräumen. Außerdem müssen wir uns die Finanzierung des Wahlkampfs Gedanken machen. Wir brauchen Kohle!
Mögliche Maßnahmen:
  • Solidarisches Werbemittelbudget diesmal nicht zurück in den LV Topf sondern als Rücklage für 2020
  • Monatliche Budgetübersicht für die vKVs
  • Keine Dramen mehr um Kassenprüfungen
  • Spendenkampagnen

 

Am Ende wird aber selbst der fleißigste LaVo nicht ein Bruchteil aller Baustellen bearbeiten können wenn wir nicht alle zusammen auf unser Ziel hinarbeiten.
Dazu gehört für mich insbesondere, dass wir uns alle an einmal getroffen Entscheidungen halten und nicht zwei Wochen später mühsam ausdiskutierte Pläne umwerfen weil irgendwer irgendwas doof findet oder jemandem ein neues Argument einfällt.
Wir haben nur eine Chance wenn alle konsequent an einem Strang ziehen.
Warum H3rmi wählen?
Zum Abschluss sollte ich wohl noch hervorheben warum ICH die Richtige für den Job bin. Ganz ehrlich? Es gibt bestimmt Leute, die für ein Vorstandsamt besser geeignet sind als ich. Aber bis wir die gefunden haben muss irgendwer den Job machen der keine Angst davor hat Entscheidungen zu treffen, die Dinge die er sich vorgenommen hat umsetzt, genug in der Realität verankert ist um nicht Wahlergebnisse von 13,37% zu versprechen und trotz allem noch mit Leidenschaft an die Idee „Piratenpartei“ glaubt.
All das kann ich. Das habe ich in drei Amtszeiten als Generalsekretärin im Bundesvorstand unter Beweis gestellt. Ich habe das Willkommenspaket für Neumitgliederumgesetzt, das Dankeschön für die 10-jährige Mitgliedschaft (Kein Spoiler an dieser Stelle) und die längst überfälligen Online-Formulare.
Außerdem habe ich das Team der SG Mitgliederaufgebaut und den Grundstein für ein neues, innovatives CRM gelegt welches wir jetzt gerade Schritt für Schritt ausrollen.
Mit vielen der anderen Kandidaten für den LaVo habe ich bereits gut und erfolgreich zusammengearbeitet: Mit Daniel im Rahmen der Landtagswahl, mit Ralf in Sachen Mitgliederbetreuung und LPT-Akkreditierung, mit Wako bei der Übergabe und Verantwortung der Barkasse bei LPTs und natürlich auch mit Bernd durch lange Jahre im selben Kreisverband. Auch bei den potentiellen Kollegen, mit denen mich bisher noch keine gemeinsamen Aufgaben verbinden sehe ich genügend Grundlagen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Wir sehen uns in Herne!

Pirate Secon 2017 – Ein Rückblick

Vom 16. -18. Februar fand in München die Pirate Secon statt – eine Alternative zur bekannten „Münchner Sicherheitskonferenz„.

In der Nachbetrachtung wurde die Pirate Secon als hammermäßiger Erfolg verkauft, allerdings ist immer noch unklar, welche Faktoren bei dieser Bewertung eine Rolle spielten.

Fakt ist: Die Veranstaltung war ein teuer Spaß (min. 15.000,-€) und es fehlt die Aufarbeitung, ob die Veranstaltung das Geld wert war. Eine Initiative aus Bayern versuchte eine solche Aufarbeitung, die einzigen Infos die sie erhielt kamen jedoch aus der Bundesschatzmeisterei mit dem Vermerk

Dies ist bisher keine offizielle Aussage des Bundesvorstands.

Am 25. April 2017 übermittelte ich dem Bundesvorstand deshalb folgenden Fragenkatalog:

Allgemein:
  • Wann wird eine abschließende Beantwortung durch den Bundesvorstand zum gesamten Themenkomplex voraussichtlich erfolgt sein? Vgl. „ Dies ist bisher keine offizielle Aussage des Bundesvorstands“
Verantwortung:
  • Welches Vorstandsmitglied / welche Vorstandsmitglieder war / waren für die Veranstaltung die verantwortlichen Ansprechpartner?
  • Welche Personen gehörten zum Orgateam der Veranstaltung und wie lautete deren Aufgabenbereich? Gab es weitere Beauftragte?
  • Liegt ein Bericht des beauftragten Orgateam/Personen der Veranstaltung vor und wo ist dieser veröffentlicht? (vgl. Beauftragten GO, §5 Transparenz, Abs. 4, Satz 1 „Alle Beauftragten erstatten über ihre Arbeit öffentlich Bericht“)
Finanzierung:
  • War Bastian Krone für die Beschaffung externer Finanzmittel zuständig, wie im ursprünglichen Konzept vorgesehen? Wenn Nein, wer war dafür zuständig?
  • Welche Summe wurde durch das vom BuVo  genehmigte Sponsoring der Veranstaltung aufgebracht
  • Welche Firmen waren Sponsor?
  • War Michael Kurt Bahr, für die Beschaffung interner Finanzmittel zuständig, wie im ursprünglichen Konzept vorgesehen? Wenn Nein, wer war dafür zuständig, bzw. wer hat die Aufgabe nach seinem Rücktritt übernommen?
  • Welche Summe wurde durch innerparteiliche Finanzierung aufgebracht? Bitte nach Gliederung aufschlüsseln, also Bund, LVs, etc.
  • hat der Bundesvorstand die Verwendung der Mittel offen gelegt wie gefordert
  • wer im Bundesvorstand ist zuständig für die Offenlegung der Verwendung der Mittel?
  • Wie viele Einnahmen in Summe wurden durch Ticketverkäufe oder Ähnliches erzielt? (19 Tickets à 40,-€ abzgl. 3,99 Gebühr = 684,19 € + ermäßigte Tickets (13 Stück zu  welchem Preis)?)
  • Welcher Gliederung kommen die Einnahmen (auch durch Sponsoring) zugute?
Kosten:
  • Im Kostenplan waren 17.180€ für die Veranstaltung vorgesehen. Wieviele Kosten sind tatsächlich angefallen? Aufschlüsselung nach Posten analog zu Kostenplan, „3. Zusammenfassung“
Außenwirkung:
  • Um welche Art Veranstaltung handelte es sich bei der SeCon?
  • Was war Ziel der Veranstaltung?
  • Im Pad ist vermerkt, dass die entstandenen Videos online verfügbar seien und Reichweite erzielt hätten.
  • Eine Suche bei youtube nach „Piratenpartei secon“ ergab zum Zeitpunkt der Erstellung der Fragen keine Treffer und auch im offiziellen youtube Kanal der Piratenpartei konnte nichts entsprechendes gefunden werden. Inzwischen findet man die Videos hier. Das „erfolgreichste“ Video hat 183 Klicks. Weshalb sind die Videos nicht beim offiziellen Youtube-Account zu finden?
  • Wie viel Berichterstattung durch Presse und Medienvertreter konnte die Veranstaltung erzielen? (ggfs. Anzahl der Onlineartikel, Links, etc.) (Diese Aufgabe liegt im Verantwortungsbereich der Bundespresse/ÖA, der BuVo möge diese Medienresonanzanalyse entsprechend delegieren)
  • Im Ursprünglichen Finanzkonzept waren 2.500,- € für Programmhefte, Plakate und Flyer vorgesehen.
  • Wurden entsprechende Materialen gedruckt?
  • Falls ja: 
  • Warum werden überhaupt außenwirksame Werbemittel für eine interne Weiterbildungsveranstaltung ( Zeile 40)  gedruckt?
  • Wie viele der jeweiligen Werbemittel wurde gedruckt?
  • Sind die entsprechenden PDFs, vor allem Programmheft und Flyer im Wiki hinterlegt?
  • An welchen Personenkreis wurden die Flyer ggfs. verteilt?
Fazit:
  • Ist der Bundesvorstand angesichts einer Darlegung von Kosten und Nutzen der Veranstaltung davon überzeugt, dass die Veranstaltung ein Erfolg war?
  • Plant der Bundesvorstand eine weitere Veranstaltung der Reihe „Secon“?
  • Falls ja, welchen Verbesserungsbedarf gibt es und wie wird sicher gestellt werden, dass die Maßnahmen zur Verbesserung auch umgesetzt werden?
  • Falls nein, welche Konsequenzen / Auswirkungen wird die Secon in Bezug auf andere Veranstaltungen und deren Finanzierung haben?

 

Bis heute erhielt ich keine Antwort oder Reaktion.

Generell habe ich nichts gegen ambitionierte Ziele. Ich bin auch der Meinung, dass man für mediale Reichweite und „Gesehenwerden“ Geld in die Hand nehmen muss. Das muss aber zielgerichtet geschehen und man muss nachhalten, ob die Maßnahmen die man getroffen hat ein Erfolg waren.

Wenn ich aber bedenke, dass der 1V am Ende Finanzanträge bei den Landesverbänden stellen musste, damit unser Pressesprecher (der nach einhelliger Meinung einen echt guten Job macht) noch bis Ende des Jahres beschäftigt werden kann, dann stelle ich mir die Frage, ob man die 15.000,-€ nicht besser in das Personalbudget gesteckt hätte.

So bleibt aber mangels Information der Eindruck, dass wir einen Haufen Kohle zum Fenster hinaus geworfen haben, damit ein paar Leute mal ein Wochenende „wichtig“ sein konnten und der PolGF für diese Amtszeit immerhin ein Prestige-Projekt vorzeigen kann (wenn auch sonst nichts).