Laufen lernen – Die Challenge

Laufen lernen – das klingt erstmal irgendwie komisch.

Ist es auch. Laufen – im Sinne von Rennen – konnte ich noch nie. Weder war ich als Kind sonderlich ambitioniert mich auf diese Art fortzubewegen, noch tat ich mich im Sportunterricht, bei den Bundesjugendspielen oder beim Sportabzeichen in irgendeiner Art durch sportlichen Ehrgeiz hervor. Und dann, wenn man mit jedem Jahr mehr Kilos mit sich rum schleppt und man sich generell weniger bewegt als gut für einen wäre ist Laufen garantiert das Letzte an das man denkt.

Nachdem ich nun nach 45+ abgespeckten Kilos endlich in einem Bereich bin in dem ich anfange mich dem rechnerischen „Normalgewicht“ zu nähern und auch so eine Art psychologischer Effekt da ist (endlich in den 70ern!!!) will ich versuchen so nach und nach Dinge in Angriff zu nehmen, die für einen durchschnittlich trainierten Menschen ganz normal sind, für mich aber die letzten 20 Jahre unerreichbar schienen.

Die Challenge

In 8 Wochen 5km durchlaufen (ohne hinterher mit einem Herzinfarkt in den Büschen zu liegen).

Die Hilfsmittel

Nach zwei unkoordinierten (und sehr frustrierenden) Versuchen „einfach mal zu laufen“ habe ich mir eine Trainings-App runtergeladen, die einen sinnvollen Trainingsplan vorgibt.

Vor und nach jeder Trainingsrunde benutze ich (zusätzlich zu ein paar einfachen Dehnübungen) eine Faszienrolle zum Aufwärmen und Entspannen. Die ersten 3 Tage waren die Hölle. Es tat an manchen stellen schrecklich weh, aber inzwischen geht es besser und es tut mir gut.

Nach dem großen Gewichtsverlust plage ich mich natürlich auch mit den nervigen Begleiterscheinungen herum. Damit die ganze Haut nicht in ihrem eigenen Tempo mitläuft trage ich zum Laufen einen dieser ungemein sexy  Formbodies und über einem stramm sitzenden BH zusätzlich noch einen Sport-BH.

In Sachen Schuhe habe ich mich nicht lumpen lassen und mich nach einschlägiger Beratung im Fachgeschäft für den Asics Gel-Cumulus entschieden.

Der Ablauf

Fürs Training habe ich mir eine hübsche Strecke gesucht, die ziemlich genau 5,5 km lang ist. Ziel ist, diese in 8 Wochen komplett durchzulaufen, abzüglich der 500m für Aufwärmen und Cooldown. Diese Strecke tracke ich mit meiner Schrittzähler-App, um einen Überblick über Geschwindigkeit, Dauer, Schritte, etc. zu haben. Die Trainigsapp sieht insgesamt eine Trainigsdauer von anfangs 30 und später 40 Minuten vor, ist also (noch) keine vollständige Runde.

 

 

 

 

LPT Nachlese: Von Problemen und Lösungen

Beim letzten LPT habe ich viele Dinge gehört die mich ganz schön aufgeregt haben. Das habt ihr wahrscheinlich im Saal oder auch im Stream mitbekommen. Bei der Sache mit den Kassenprüfern hatte ich sogar so richtige Magenkrämpfe vor lauter Wut.
 
Es wurden Dinge gesagt über den LaVo. Dass er viele Fehler gemacht hat. Dinge falsch entschieden oder vieles auch gar nicht Entschieden hat. Dass er sich nicht um die wichtigen Dinge kümmert. Dass er nachlässig ist. Dass er Dinge nicht organisiert. Zum Beispiel die Aussprache beim LPT.
 
Da kann man sich ja trefflich drüber streiten. Es gibt sicherlich ganz viele Dinge die der LaVo tut oder nicht tut, die ich auch blöd finde oder die mir auf die Nerven gehen. Natürlich gibt es Menschen die mehr oder weniger geeignet sind für ein Vorstandsamt. Kann sicherlich nicht jeder. Das ist nicht verwerflich, denn jeder Mensch hat Stärken, Schwächen, Talente und Neigungen die sich von denen anderer unterscheiden. Zum Glück. Aber eigentlich können wir froh sein, dass überhaupt noch irgendwer diesen Knochenjob machen will. Die Kandidatenlisten bei der letzten Wahl waren ja nicht wirklich lang. Eigentlich haben wir ja inzwischen gar nicht mehr die Wahl sondern es ist entweder Kandidat 1 oder keiner. Und den wählt man dann halt, weil halt irgendwer gewählt werden muss und keiner auf Idee kommt, dass man Posten auch mal nicht besetzen muss. Anstatt da nen Kandidaten drauf zu setzen mit dem man in der letzten Amtszeit schon nicht zufrieden war könnte man ja auch einfach mal mit Nein stimmen und sehen, ob das einem etwaigen Gegenkandidaten genug Motivation gibt um sich als Alternative anzubieten. Auch zeigt die Erfahrung, dass es ganz schnell in Rück- und Austritt endet, wenn jemand lautstark verkündet, er könne es besser oder die Basis einem Vorstand einen „Denkzettel“ verpassen will. Ich erinnere da nur mal eine gewisse Schatzmeister-Wahl in NRW oder diese GenSek Sache im Bund. Grade in einer Zeit, in der Vorstände mehr Baustellen und weniger aktive Hilfe haben denn je mit einem Misstrauensvotum um die Ecke zu kommen, dem nicht mal konkrete und substanziierte Fakten zu Grunde liegen sondern ein gefühltes „Mimimi, ihr habt Dinge gemacht die mir oder meinen Kumpels nicht passen“ ist halt irgendwie völlig sinnfrei.
Immerhin war das einzig gute Gefühl, dass ich von diesem LPT mitgenommen habe, dass die Basis auch mal vernünftig und sinnvoll entscheiden kann. Danke dafür liebe Basis.
 
Als nun aber am LPT Sonntag diese ganzen alten Männer am Mikro standen und lautstark forderten, es müsse endlich Verantwortung übernommen werden, es müsse sich etwas ändern, es brauche einen Neuanfang, einen Cut, da wurde mal wieder mal das eigentliche Problem dieser Partei deutlich.
 
Ja, es darf kein weiter so geben. Es braucht ein Umdenken, einen Neuanfang. Aber nicht, in dem wir wieder als symbolischen Akt neue Lämmer zur Vorstandsschlachtbank führen, die so lange der Messias sind, bis sich irgend ein Meinungsführer wieder auf den Schlips getreten fühlt und dann lautstark die Kreuzigung fordert. Und während die neuen Hoffnungsträger vor unserer aller Augen im Hamsterrad verbrennen, lehnt man sich bequem zurück oder dreht eifrig an der Kurbel des Hamsterrads mit, weil es noch nicht schnell genug läuft.
Wer darin tatsächlich Lösung und Hoffnung sieht kann sich gerne mal bewusst machen, dass er Teil des Problems ist. 
 
Mir wurde letztens gesagt, ich sei kein Pirat, weil ich die Meinung vertrete, dass nicht jeder das Recht haben muss immer und überall mitgenommen zu werden, es sei denn er hat etwas Nützliches beizutragen. Das sei nicht die „piratige“ Definition von Basisdemokratie. Um die konkrete Definition von Basisdemokratie haben wir uns bisher immer herum gedrückt. Vielleicht würde man in einer ehrlichen Debatte auch zu dem Schluss kommen, dass der eine oder andere Ansatz nicht funktioniert oder gescheitert ist. Aber es ist doch viel flauschiger, wenn wir diese Auseinandersetzung meiden und jeder für sich die Deutungshoheit über „piratige Begriffe“ beanspruchen kann und er anderen nach belieben den Status „ist Pirat“ zu- oder aberkennen kann, ganz wie es grade in die Agenda passt.
Wessen Schuld ist es, dass wir unsere Probleme von Selbstverständnis, innerparteilicher Willensbildung,  Struktur oder der Fähigkeit als Organisation Fehler aufzuarbeiten und aus ihnen zu lernen nicht angehen oder nicht gelöst haben? Müssen wir dafür tatsächlich unsere Vorstände immer wieder aufs Neue rituell opfern und sie dazu zwingen Verantwortung für Dinge zu übernehmen die wir als Partei gesamtschuldnerisch seit Jahren verkacken? Da sind euch Hierarchien dann wieder recht, wenn ihr einen Sündenbock braucht?
 
Wenn es mir zum Beispiel so wichtig ist, dass wir eine Online-Beteiligung haben, dann kremple ich mir verdammt nochmal die Ärmel hoch und tu etwas dafür. Und zwar nicht, in dem ich geifernd am Saalmikro stehe und mein Geburtsrecht auf Teilhabe einfordere, sondern in dem ich mich mit dem Problem beschäftige und aktiv Lösungen suche und anbiete.
DAS ist für mich der Kern des piratigen Mandats und die Seele der Idee des Pirat-Seins.
Ich bin unzufrieden? Ich möchte etwas ändern? Dann bewege ich meinen Hintern von der Couch und gehe die Dinge sinnvoll und systematisch an.
DAS ist (für mich) die Bedeutung von Mitmachpartei.
Mitmachen dürfen bedeutet die Verantwortung zu haben dieses Recht und das Privileg mit Leben zu füllen. In dem ich mich sinnvoll einbringe und nicht nur einfordere weil ich es kann und gerne meine Meinung zu allem sage oder mich und mein Ego gerne zum selbsternannten Dorfgruppensprecher der Piratenpartei Deutschland erhebe.
Partizipation ist nicht nur ein Recht sondern auch eine Pflicht. Deswegen fordern wir auch ständig jeden auf zur Wahl zu gehen. Weil Rechte auch immer mit Pflichten einher gehen.
Natürlich muss die Partei/der Vorstand etc. die konstruktiv beitragenden Engagierten auch erkennen, mitmachen lassen und gute und konstruktive Arbeit fördern. Das ist die zweite Säule der Mitmachpartei.
 
So. Und weil auch ICH gemeckert habe über die schlechte Organisation der Aussprache und mir generell die Art und Weise wie wir Vorstände wählen schon lange auf den Zeiger geht mache ich jetzt das mit dem piratigen Mandat und biete dem Vorstand meine Hilfe an. Der Piratenschlumpf und Ich erklären uns hiermit bereit, uns um ein frisches Konzept für die kommenden Vorstandswahlen zu kümmern und die entsprechende Orga zu übernehmen. Wird vielleicht nicht jedem gefallen weil wir dabei auch ein paar Zöpfe abschneiden werden, die der eine oder andere vielleicht lieb gewonnen hat. Aber Veränderung geht nicht wenn alles so bleiben soll wie es ist. 
 
Lieber Vorstand, jetzt müsst IHR zeigen, dass ihr Entscheidungen treffen und Hilfe annehmen könnt und Mut habt eingefahrene Bahnen auch mal in Frage zu stellen.
Und du liebe Basis, Du musst zeigen, dass du auch was ändern willst. Ich hoffe ihr rennt dem Vorstand jetzt die Bude ein mit konkreten Hilfsangeboten, zum Beispiel für die AG Technik, einem AKO-Team, einer Programmkommission, einem Vernetzungskonzept oder was auch immer ihr haben wollt.
 
Unser Antrag ist jedenfalls raus. 

Antragsschau zum BPT17.1 – Wahlprogramm

Hier Teil 4 der Antragsschau zum BPT 17.1.

Wahlprogrammanträge

Es gab da nen Antrag beim BPT16.1 der das ganze Wahlprogrammgefrickel 2017 ungemein vereinfacht hätte. Aber die Basis^TM hatte die Befürchtung, dass dann damit alle Beschlüsse für das Wahlprogramm 2013 negiert wären (was immer noch Schwachsinn ist). Besser wäre es, das Wahlprogramm 2013 beizubehalten, zu überarbeiten und zu aktualisieren.

Blöderweise hat das halt keiner koordiniert, weswegen wir jetzt teilweise Anträge beim BPT haben, die in Konkurrenz mit dem bestehenden Wahlprogramm stehen, bzw. Dinge doppelt aber in anderem Wortlaut reinschreiben würden.

Beispiel: „WP083 – Vision Europa“ stünde bei Annahme durch den BPT dann doppelt im Wahlprogramm (mit 2 Präambeln!), da der Antrag explizit nicht sagt, dass der alte Text ersetzt werden soll.

Diesbezüglich habe ich am 21.03. eine Anfrage beim BuVo gestellt:

Inwiefern ist nun bei den Anträgen des kommenden BPT 17.1 gewährleistet,
dass bei deren Annahme Programmpunkte nicht doppelt oder sogar
konkurierend im Wahlprogramm stehen?

Die Antwort:

Diesbezüglich ist die Antragskommission wohl der richtige Ansprechpartner.

Eine Antwort von der Antragskommission steht noch aus.

Ich finde es aber bezeichnend, dass niemand im BuVo, auch nicht das zuständige BuVo-Mitglied für Programmentwicklung sagen kann, ob das Problem bekannt ist und welche Maßnahmen ergriffen wurden es zu lösen oder zu umgehen. Stattdessen wird Auf die AKo verwiesen, die im BuVo scheinbar keinen Ansprechpartner mehr hat und sich selbst überlassen wurde.

Überhaupt ist es echt traurig, dass die Programmentwicklung bei uns einfach irgendwie so daher läuft. Das ist ein wenig so, als wenn sich bei BMW keiner um die Fertigungsprozesse ihrer Autos kümmert und alle sich wundern, warum keiner mehr die Karren kauft, die falsch zusammengesetzt, dreifach lackiert oder mit unterschiedlichen Reifen vom Band laufen.

 

 

 

Antragsschau zum BPT17.1 – PP

Hier Teil 3 der Antragsschau zum BPT 17.1.

Positionspapiere

PP001

Bessere Bedingungen für kleine Unternehmen
 „Dazu sind z.B. für die Evaluierung externe Gutachten zu nutzen und nicht nur interne Entscheidungen der finanzierenden Bank.“
Ähem… wir sollen den Banken vorschreiben an wen und nach welchen Kriterien sie Kredite vergeben sollen? Nicht nur das, wir wollen z.B. die Sparkasse dazu zwingen vor jeder Kreditvergabe ein externes Gutachten (von wem eigentlich?) einzuholen? Neeee, irgendwie nicht.
Empfehlung: ABLEHNEN!

PP002

Waffenrecht
Rein inhaltlich nichts Neues. Sagen wir schon immer. Ein Positionspapier um den Status Quo aufrecht zu erhalten? Unnötig.
EmpfehlungABLEHNEN!

PP003

Free Interrail
 Gefällt mir. Coole Idee, cooler Antragsteller. #läuft
Empfehlung: ANNEHMEN

Antragsschau zum BPT17.1 – SOA

Hier Teil 2 der Antragsschau zum BPT 17.1.

Sonstige Anträge

SO001

Unvereinbarkeitserklärung CDU
 Was zur Hölle?
Empfehlung: ABLEHNEN!

SO002

Meinungsbildungs-und Beschlussprozesstool für die Piratenpartei Deutschland
 Ein Tool als Ergänzung zum BEO dessen Software seit 2013 in 2 Monaten fertig und einsatzbereit soll. Janeeisklar. Können wir bitte erstmal die Probleme lösen die wir haben anstatt neue zu schaffen? Könnt ihr solche Anträge stellen wenn ihr die fertige Software getestet und im Antrag auf den Code bei github verlinkt? Danke!
EmpfehlungABLEHNEN!

SO003

Konsolidierung der progressiven Parteien
 Öhm.. Welche wären das? Glitzerkolletkiv? Schädelfraß?
Empfehlung: ABLEHNEN

SO004

Arbeitsgruppe „Sozialliberale Zusammenarbeit“
„Ein Sprecher für diese Arbeitsgemeinschaft wird vom Bundesparteitag mittels Wahl bestimmt.“  D.h. Ihr wollt mit der Arbeitsgruppe bis zum nächsten BPT warten weil Wahlen ja auf die TO müssen. Sonst wird mal wieder die Schiedsgerichtbarkeit bemüht, angefochten, Recht gegeben und die Wahl ist nichtig. Vgl. Kassenprüfer NRW .
Und wieso wird nur der Sprecher gewählt und nicht die ganze Gruppe? Endet doch wieder damit, dass man einen gewählten hat dem 3 Grüppchen aus 20 Personen auf der Nase rum tanzen weil er ihnen nix zu sagen hat, bzw. ganz alleine da steht, weil alle anderen keine Verpflichtung haben.
Warum überhaupt dieser Antrag beim BPT? Hätte man auch an den BuVo stellen können. Ausschreibung und gut is.
Empfehlung: ABLEHNEN

Antragsschau zum BPT 17.1 – SÄA

Hier Teil 1 der Antragsschau zum BPT 17.1.

Satzungsänderungsanträge

SAÄ001

Erhöhung des Mitgliedsbeitrags und Festlegung Minderung auf 12€

Schon letztes Mal eingereicht durch den Schlumpf und mich, aber nicht dran gekommen. Unbedingt annehmen!

Empfehlung: ANNEHMEN!

SÄA002

Aufhebung der Doppelmitgliedschaft

Mit der Doppelmitgliedschaft hab ich persönlich keine Schmerzen. Wenn Ihr den annehmt, dann bitte in der Option 2.

Empfehlung: Enthaltung

SÄA003

Absenkung des Mindestalters für die Mitgliedschaft auf 12 Jahre

Diesen Antrag hatten wir schon, damals mit der Option auf 16 Jahre, auf 14 Jahre, oder auf 12 Jahre senken. Die Versammlung hat sich – nach langer Diskussion – für ein Mindesteintrittsalter von 14 Jahren entschieden.

Das muss jetzt nicht nochmal diskutiert werden. Außerdem haben wir ja jetzt wieder eine tolle Jugendorganisation der wir keine Konkurrenz machen sollten und wo die Kids sich nicht mit uns alten Säcken rumärgern müssen.
Empfehlung: ABLEHNEN

SÄA004

Frist für Änderungsanträge 2 oder 3 Wochen
Nein! Nope! Einfach nein!
Diese Krankheit, dass hier niemand vorausschauend plant und seine Anträge auf den letzten Drücker einreicht ist ein Problem das wir anderweitig in den Griff kriegen müssen anstatt jetzt in der Satzung rumzufrickeln.
Die Antragsfrist ist ja nicht dazu da um die Mitglieder zu gängeln sondern weil die Antragskommission auch Menschen im Ehrenamt sind und Zeit brauchen die Anträge zu sichten.
Kommt halt mal rechtzeitig in die Puschen Leute. Macht euch mal Gedanken über eine ständige Antragskommission. Dann können Anträge auch ständig eingereicht werden. Organisiert die Programentwicklung ordentlich. Macht was. Aber nicht Satzung frickeln weil ein Fehler im System ist!
Empfehlung: ABLEHNEN

SÄA005

Schaffung einer Redaktionskommission

Möp. Wer denkt sich denn sowas aus?

1. Wieder ein Gremium das Dinge tun soll, bestehend aus LaVos die eh schon genug zu tun haben und delegiert an Leute die wir nicht mehr haben?
2. Viel zu viele Mitglieder um was erledigt zu kriegen
3. eine INHALTLICHE KONSOLIDIERUNG des Programms?!?  Ohne Parteitagsbeschluss? Was zur Hölle??
SO lösen wir das Problem der mangelnden Strukturen zur politischen arbeit auch nicht.
Empfehlung: ABLEHNEN

SÄA006

Verbesserung der Antragsqualität
Nein. Einfach nur Nein!
Kriegt eure Anträge rechtzeitig fertig! Siehe SÄA004
Empfehlung: ABLEHNEN

Rückblick 2016

Da ich gern erst dann auf Dinge zurück blicke wenn sie auch wirklich abgeschlossen sind gibt es heute, am 01.01.2017 meinen persönlichen Jahresrückblick für 2016.

TLDR: Es war vieles, aber nicht alles Kacke.  🙂

2016 war ein Jahr des Kämpfens. Dabei ging es kaum um sinnvolle Kämpfe für eine gute Sache. Auch 2016 ging es parteiintern teilweise wieder um „Macht“, Eitelkeiten, Kohle, Befindlichkeiten und Schludereien, anstatt um das allgemeine Vorwärtskommen der Partei.

Diese „Kämpfe“ gipfelten dann in meiner sogenannten „Abwahl“ beim BPT 16.2, bei dem ich mich mit einer gefühlten „Die H3rmi muss weg“-Kampagne  konfrontiert sah. Deren von mir wahrgenommenen Wortführer bzw. Unterstützer und auch mein Gegenkandidat haben aber inzwischen größtenteils hingeworfen oder sind sogar direkt ausgetreten..
Tja, Politik braucht halt langen Atem. ¯\_(ツ)_/¯

Da der PShop zentraler Teil der Kritik gegen mich war, möchte ich an dieser Stelle etwas dazu sagen:

Auch der PShop hat uns – entgegen allgemeinen Gerüchten – keinen Verlust eingebracht, sondern uns bereits 2015 für die Parteienfinanzierung knapp über 32.000,- € generiert. Nachzulesen im entsprechenden Rechenschaftsbericht(u.a. Seite 4)

…und das trotz eines angeblich „viel zu hohen Lagerbestands“ oder angeblicher „Misswirtschaft“ oder eines angeblich „unfähigen“ Geschäftsführers. Abseits der Bundesverwaltung kenne ich in dieser Partei keine Struktur die besser und zuverlässiger funktioniert. Bei aller Kritik sollte man da auch mal einen Realitätsabgleich mit den eigenen Ansprüchen durchführen. Klar kommt es zu Problemen, wenn 1 Person die Arbeit von 2 Vollzeitstellen macht. Bei der Bundes IT geht aber z.B. wesentlich mehr schief. Da wird sich auf Twitter aber regelmäßig für die geleistete Arbeit bedankt, wenn mal wieder was spontan gefixt wurde und Geld fließt ohne jegliche Rechtfertigung oder Strategie einfach weiter ins Budget, wohingegen das Budget für den PShop seit 2 Jahren ein immens fordernder Kampf auf allen Ebenen ist. Klar, unsere IT Infrastruktur muss funktionieren und kostet Geld. Ich bin da nicht naiv. Aber während von dem einen Bereich ein vollständiger Businessplan inklusive Zahlen für die kommenden 5 Jahre erwartet wird (und ein Jahr für Jahr verringertes Budget reichen muss) sollte auch die IT zumindest aufschlüsseln können wofür Gelder im Einzelnen gebraucht werden und welche Services sie bereitstellt. Gerade in Zeiten knapper Manpower und Kasse sind das essentielle Informationen um eine sinnvolle Strategie entwickeln zu können.

An dieser Stelle nochmal der Aufruf: Bestellt euer Material über den PShop! Ihr unterstützt damit eine für die Öffentlichkeitsarbeit der Partei unentbehrliche Struktur. Und bitte plant euren Materialbedarf nicht erst 2 Tage vor dem Infostand sondern mit entsprechendem Vorlauf!

Generell ist die mangelnde Vorbereitung, Planung und Weitsicht ein weitreichendes Problem, das uns immer mehr zu schaffen macht,  je weniger aktive Helfer wir haben. Das ist nicht erst seit 2016 so, wurde aber wieder mal anhand des Rechenschaftsberichts mehr als schmerzhaft deutlich.

Weshalb muss die Bundesschatzmeisterei das letzte Quartal des Jahres damit zubringen Kreis- und Landesschatzmeistern wegen des Rechenschaftsberichts hinterher zu laufen? Das ist eine so dermaßen unnötige Verschwendung von Ressourcen!

Was ist außerdem so schwer daran sich bereits am Jahresanfang zusammen zu setzen und die allgemein bekannten Veranstaltungen, Feier- und Gedenktage, Wahltermine etc. bewusst zu machen und zu planen? Aber nee, alle Termine und Wahlkämpfe sind so plötzlich und unerwartet einfach da. Wie Weihnachten. Das taucht auch immer völlig unberechenbar auf.

Wir könnten uns allesamt durch rechtzeitige und vorausschauende Planung nicht nur uns selbst sondern auch den Leuten, von denen wir irgendetwas benötigen so viel Zeit und Nerven sparen. Egal ob es um das Plakatdesign für den Wahlkampf geht, ein Rundschreiben an die Mitglieder oder einen Infostand.

Und wenn wir schon regelmäßig zu spät mit etwas dran sind, können wir dann bitte wenigstens das Zerreden und Blockieren von Ideen sein lassen? Wenn jemand eine Idee umsetzen will, dann lasst ihn oder sie doch einfach. Helft mit oder geht aus dem Weg. Hört auf Leute auszubremsen und eure eigene Energie darauf zu konzentrieren GEGEN die eigenen Leute zu arbeiten, weil euch deren Nase nicht passt und konzentriert euch stattdessen auf ein Projekt das ihr selbst nach vorne bringt. Es muss auch nicht ständig jeder eine Meinung zu allem haben und kundtun, persönlich vor einer Vorstandsentscheidung befragt werden oder irgendetwas mitentscheiden.

2016 hatte ich mehr denn je den Eindruck, dass der Tätigkeitsschwerpunkt vieler sich nach Innen konzentriert hat weil das nach Außen immer schwerer wird. Man sucht sich halt etwas Überschaubares, wo man denkt man kann etwas bewirken, und sei es auch nur dadurch jeden Abend in Mumble zu hocken, seine Meinung bei Vorstandssitzungen beizusteuern, Dinge anzukündigen die man eh nicht umsetzt und zu verhindern, dass andere Dinge tun oder einfach nur aus falschem Verständnis von “Basisbeteiligung” heraus Projekte schlichtweg zu zerreden. Es kommt mir oft so vor, als ginge es hier nicht mehr um den (Wahl)Erfolg einer Partei und das nach Außen-Tragen unseres „Produkts“ sondern um das Sichern der eigenen Komfortzone im Kreis des eigenen Fanclubs, der regelmäßig die persönliche Eitelkeit bedient.

Was 2016 ebenfalls als Herausforderung für uns Aktiven hinzu kam ist das „Nein“-Sagen und schonungslose Ehrlichkeit bei der Nachbetrachtung von Projekten. Nicht jede geile Sponti-Idee ist umsetzbar bzw. kostet zu viel Zeit und Kraft im Vergleich zum Benefit. Gerade die Vorstände müssen mehr denn je entscheiden, welche Projekte sich lohnen umgesetzt zu werden und welche nicht. Wie setzen wir die wenigen Ressourcen die wir haben sinnvoll ein? Das Geld ist knapp. Müssen wir wirklich Kohle raushauen für Aktionen die wir geil finden, die aber auch nur WIR geil finden, sonst keiner? Ist es wichtig Leute mit dem Schreiben von PMs zu beschäftigen die eh keiner liest? Brauchen wir die x-te Parteiveranstaltung bei der man über Strategien und Pläne spricht, an die sich eh keiner gebunden fühlt und die keiner konsequent umsetzt? Manchmal haben Leute aber auch schon Dinge konsequent durchdacht und dann ist ein hart klingendes “Nein” zu einem abweichenden Vorschlag richtig, auch wenn das Nein weniger flauschig ist – damit müssen wir auch leben lernen.

Eine der Größten Stärken dieser Partei – und gleichzeitig eine ihrer größten Schwächen – ist die Fähigkeit Parallelstrukturen aufzubauen. Mir passt eine Struktur oder ein Prozess nicht? Kein Problem, ich mach dann was Eigenes. Das funktioniert dann wenigstens! So lange bis ich weg bin. Egal ob es dabei um Arbeitsgruppen, Wahlkampfplanung, Verwaltung oder IT-Infrastruktur geht: Wir können unsere mannigfaltigen Parallelstrukturen nicht mehr oder nur an wenigen sinnvollen Stellen aufrechterhalten.

Die Landes-und Bundes ITs kollabieren der Reihe nach weil nicht mehr genug Personal oder Knete vorhanden ist. Die Mitgliederbetreuung ist in wenigen Landesverbänden quasi nicht mehr existent. Der Rechenschaftsbericht mangels eines vernünftigen Gliederungsmanagements eine einzige Qual. Unsere Strukturen – sowohl die politischen als auch die verwaltungstechnischen-  sind nicht belastbar und würden bei dem ersten Ansturm komplett zusammenbrechen. Dies zeichnete sich in den letzten Jahren bereits ab, aber 2016 musste es eigentlich für jeden der nicht völlig betriebsblind ist offensichtlich werden. Auch hier müssen wir uns zusammenraufen. Wir können uns Königreiche und Insellösungen nicht mehr leisten.

Auch war 2016 quasi das Schicksalsjahr in Sachen Geld. Was vor 2-3 Jahren gepredigt und beschworen wurde ist inzwischen eingetroffen. Spätestens dieses Jahr haben Gliederungen mit Schmerzen gemerkt, dass man sich um das Thema Geld und Geldverteilung tatsächlich Gedanken machen muss. Tja. Wir alle hatten 2 Jahre Zeit uns Gedanken über Geldbeschaffung zu machen. Die wenigsten haben tatsächlich etwas getan. Ausstehende Mitgliedsbeiträge anmahnen ist wichtig, aber ist es wirklich sinnvoll die Mitgliederverwaltung in ein Profitcenter zu verwandeln? Ist es sinnvoll Geschäftsmodelle vom Geschäftsbetrieb einer Partei zu fordern, die Lücken und Klauseln im Parteiengesetz ausnutzen um Kohle ran zu schaffen und Leute dafür zu mobben, dass sie nicht schnell genug profitabel arbeiten? Ist es sinnvoll auf finanzielle Schwierigkeiten reflexartig mit Kündigungen reagieren zu wollen? Ist das nicht genau diese Art von verwerflichem Verhalten, was wir diesem System und anderen Parteien ankreiden und was wir besser machen wollten? 

Sollten wir stattdessen nicht Mittel und Wege finden jeden verfügbaren Cent in Reichweite und Aufmerksamkeit zu investieren? In Werbung? In den Verkauf unseres Produkts? Anfang 2015 saßen unsere PolGFs beisammen und knobelten aus, dass KMU eine lohnende Zielgruppe für uns ist. Weshalb wurde das nicht weiter verfolgt? Die Menschen da draußen werden uns weder ihre Stimme noch ihr Geld geben, wenn wir ihnen nicht veranschaulichen können warum wir wichtig sind. Fundraising ist eine scheiß Arbeit. Das bedeutet – wie Pressearbeit auch: Klinken putzen. Sich eine Abfuhr nach der nächsten holen. Reden. Telefonieren. Für sich werben. Sich verkaufen. Ich denke durchaus, dass es Menschen bei uns gibt, die sowas können. Aber wie bereits zuvor irgendwo erwähnt: Man widmet sich lieber dem einfachen, überschaubaren und naheliegenden Problemen. Im Zweifelsfall pflegt man liebevoll Feindschaften, beschäftigt sich damit seine eigenen Pfründe aufrecht zu erhalten oder kackt regelmäßig auf der ML rum, in der Hoffnung endlich jemanden wachzurütteln, damit etwas geschieht. Das wäre von mir aus auch ok, wenn man dann wenigstens ehrlich zu sich selbst ist. Noch haben wir offensichtlich die Ambition mit den anderen großen Parteien mitzuhalten und eine Konkurrenz für sie zu sein. Wir können es uns alternativ auch in der 1,x%-Nische bequem machen, Zeit, Geld und Nerven sparen und den Kampfgeist über Bord werfen. Unsere Komfortzone pflegen. Is okay. Aber hier drücken wir uns vor der Entscheidung und ihren Konsequenzen. Schlimmer noch. Wir drücken uns vor dem Commitment. Denn wenn ich entscheide weiter zu kämpfen muss ich dafür auch was tun. So aber treibt die Maschinerie sich irgendwie selbst an und wir sind zum Rudern gezwungen anstatt das Steuer in die Hand zu nehmen.

Nichtsdestotrotz gibt es auch einige positiven Dinge, die im letzten Jahr passiert sind:

Zum Beispiel haben wir einen neuen Bundesvorsitzenden! Ich schätze Sekor sehr und die 2 Jahre Amtszeit waren geprägt von gegenseitigem Respekt und guter Zusammenarbeit. Er wurde aber nicht mehr gewählt. Damit kann man entweder hadern oder auch etwas Positives bzw. die Chancen sehen.  

Viele finden Pakki doof. Ich bin aber davon überzeugt, dass er einen guten Job macht. Er kümmert sich um Dinge die bisher vernachlässigt wurden. Er macht das mit den Gesprächen und dem Klinken putzen. Er arbeitet sehr hart daran Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Außerdem habe ich festgestellt, dass er in der Lage ist Menschen im Gespräch zu begeistern und zu motivieren, wenn man ihm eine Chance gibt. Er ist einer der wenigen bei uns, der nicht nur eine Vision der Zukunft hat sondern auch ein Ziel und einen Plan. Er nimmt Dinge um sich herum wahr. Er kann über seinen Tellerrand hinausschauen und sich auf unterschiedliche Standpunkte einlassen. Er ist in der Lage das Potential und die Fähigkeiten von Menschen zu sehen, einzuschätzen und richtig einzusetzen und ist dabei frei von Dünkeln und Vorbehalten. Das alles sind Eigenschaften die ich mir von einem Vorstand im Allgemeinen, von einem Vorsitzenden im Besonderen Wünsche. Klar hat er auch Fehler. Jeder von uns hat Fehler. Bei Menschen die Verantwortung übernehmen und Dinge tun bleibt nicht aus, dass sie Fehler machen. Wichtig ist, wie Menschen mit ihren Fehlern umgehen!  Bitte helft Pakki und unterstützt ihn. Wenn ihr das nicht könnt, weil Pakki eben doof ist, dann beschädigt ihn und die Partei nicht, in dem ihr auf Twitter mit ihm abrechnet, ne Stunde in Mumble kollektiv auf ihn drauf haut oder sonst irgendwie bremst oder mit seinen Fehlern „abrechnet“.

2016 hat sich auch in unserer NRW-Landtagsfraktion etwas zum Positiven geändert. Seit Michele dort den Vorsitz macht nehme ich eine veränderte Außenwirkung wahr. Die Fraktion ist nicht nur präsenter in den Sozialen Medien, auch in Funk- und Fernsehen sehe ich mehr von den Piraten. Auch mit Michele sind nicht alle glücklich. Es gibt aber unzweifelhaft ein paar Dinge die er wirklich gut kann. Seine Reden sind zum Beispiel toll. Beim Parteitag in Kerpen musste ich mir nach seiner hingabevollen Motivationsrede sogar ein Tränchen verkneifen. Auch schafft er es genau das Bild eines Politiker zu vermitteln, den ich mir wünsche: Ein Mensch der seriöse Politik machen will, nicht einer der sich seriös kleiden will. Jemand der auch mal unbequeme Dinge ausspricht und den Mut hat sich seine Identität zu bewahren. Aber auch viele andere Mitglieder der Fraktion und deren Mitarbeiter habe ich 2016 schätzen gelernt. Danke, dass ihr trotz dieses täglichen Kampfes in der Schlangengrube noch den Willen habt das durchzuziehen und nicht aufgegeben habt! Wenn ich nun hin und wieder höre, dass manche Einzelpersonen oder Gliederungen FÜR DIESE FRAKTION keinen Wahlkampf machen will, weil die ja alle doof sind: Was für ne gequirlte Scheiße. Wir machen keinen Wahlkampf für Personen, sondern für die Partei. Die Partei ist Summe unserer Ideen und Vorstellungen und bietet EUCH die Plattform EURE politischen Ziele zu verwirklichen. Spätestens wenn es keine Parteienfinanzierung mehr gibt ist damit Schluss. Wenn ihr Michele oder Toso oder Frank oder wen auch immer blöd findet, dann lebt halt damit. Ich bin ziemlich sicher dass nicht jedes SPD Mitglied den Siggi so prall findet, aber ich will mal sehen wie es dort im Karton rappelt, wenn einer öffentlich verlautbaren lässt, dass er wegen dem jetzt keinen Wahlkampf für die Partei macht. Ein bisschen mehr Loyalität untereinander würde uns echt nix schaden. Ihr sollt eure Parteikollegen ja nicht lieben, aber sie nicht ständig öffentlich zu demontieren oder dauernd die Partei öffentlich scheiße zu finden muss echt nicht sein. Und ja, auch eine ML oder Twitter ist was Öffentliches, auch wenn es sich inzwischen anfühlt wie das eigene Wohnzimmer.

2016 hat mir auch nach 2,5 Jahren Bundesvorstand eine kleine Pause gegönnt. Bis zum Montag nach dem BPT war mir nicht bewusst, wie sehr dieses Vorstandsamt mein Leben bestimmt und beeinflusst hat. Das erste Mal abends mit einem Buch auf dem Sofa zu sitzen ohne diesen ständigen Druck zu haben, etwas zu verpassen weil man nicht dauernd DMs, Mails oder einen sonstigen Kommunikationskanal checkt, war schon ein erstaunlicher Gewinn an Lebensqualität. Diese Pause hat mir auch Gelegenheit gegeben mich mit meiner geleisteten Arbeit, deren Ergebnissen und mit der Partei als Ganzem auseinander zu setzen. Im ersten Moment – plötzlich und unerwartet – herausgerissen aus der täglichen Tretmühle war es zunächst schwer Gründe fürs Weitermachen zu finden. Es läuft zu viel schief und der Lernprozess innerhalb der Partei ist einfach viel zu schwerfällig bis nicht existent. Aber diese Idee für die nicht nur mein sondern irgendwie unser aller Herz schlägt ist einfach zu wichtig um sie aufzugeben. Wenn man genau hinschaut findet man an so vielen Stellen Dinge, die es wert sind für sie zu kämpfen. So viele, dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen kann. Es ist auch besser und wirkungsvoller wenn jeder für sich seine Motivation suchen geht, anstatt die Gründe von anderen zu übernehmen.

Außerdem:

Wer doch Gründe lesen will nimmt am besten DIESE.

Als ich erneut für das Amt der Generalsekretärin kandidierte hatte ich ein Ziel und einen Plan Dinge besser zu machen. Ziel und Plan existieren auch weiterhin. Ich mach einfach weiter. Zusammen mit nem echt geilen Team! Aber nicht in einer Parallelstruktur, sondern in unserer Partei, in Absprache und darauf ausgerichtet, unsere politischen Ziele (und nicht meine private Agenda) besser verwirklichen zu können. Uns doch egal wer unter uns Vorstand ist! 🙂

In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr. Macht was draus!

Status: „Montag“

So liebe Freunde der nautischen Metaphern.

Nix mit Prosa, kein Manifest, einfach kurz, knackig und salopp:

Ab jetzt ist #LTWNRW17. Reisst euch mal zusammen:

1. Ja, das tat weh.
Wer am Boden liegt lässt sich ein paar Tage Zeit um mal seinen Inneren Piraten zu identifizieren und wieder ans Licht zu zerren. Warum bist du nochmal bei diesem Haufen? Es gibt keine wirkliche Alternative da draußen. Mach dir das bewusst! Also bitte kein kein halbherziges Weitermachen und Rumnölen wie scheiße alles ist. Keiner hat gesagt, dass es leicht werden wird. Aufstehen, Augenklappe richten und ab geht die Lutzi. Sei stolz!

2. Die Schuldfrage
Funfact: Es gibt keine Deppenverteilungsquote nach Geschlecht, Kulturkreis, Augenfarbe oder PARTEIZUGEHÖRIGKEIT. Deppen sind überall. Das nennt man Menschheit. Komm damit klar und verabschiede dich von diesem Mythos, dass eine ganz bestimmte Person (oder Personenkreis) schuld ist, oder dass alles besser wird, wenn die „Idioten“ endlich aus der Partei sind.
Guess what: Für die anderen bist DU der Idiot.

3. Selbstverwirklichung
Wir sind hier in der Politik. Da sitzen wir alle in einem Boot. Versucht alle mal im selben Takt zu trommeln und in die selbe Richtung zu rudern. Der Takt passt dir nicht? Du willst dich selbst verwirklichen? Dann schreib dich im nächsten Bongo-Kurs bei der VHS ein. Schluss mit dem Freizeit- / Hobbyverein.

4. Wahlverhalten
Hör endlich auf Leute zu wählen die die Haare schön haben. Denk nach, was du an den bisherigen „Gewählten“ kritisiert hast. Erstelle ein Anforderungsprofil. Identifiziere Kandidaten die dieses Profil erfüllen. Das bedeutet, dass du dich schon VOR dem Wahltag mit den Personalien auseinandersetzt. Wahl nach Kompetenz. Das ist das mit dieser Verantwortung in der Demokratie.

5. Verweigerungshaltung
Null Toleranz für Sprüche aus dem Hause „Für DIE mach ich keinen Wahlkampf“. PUNKT.

6. Man ist nie so weit unten, als dass man das Loch nicht noch tiefer graben könnte.
…aber Richtung Erdkern wird’s verflixt heiß, also Punkte 1-5 bitte ab sofort umsetzen.

Danke.

Antragsschau zum BPT16.2

Moin. Zum kommenden BPT gibt es einige Anträge die ich mir mal näher angesehen habe:

Anträge zum Grundsatzprogramm

GP001

„Grundsatzprogramm: EHE FÜR ALLE“

Okaaaay. Auf den ersten Blick dachte ich, das wäre ein absoluter No-Brainer. Aber beim genaueren Hinsehen hab ich tatsächlich ein kleines bisschen Bauchweh mit diesem Antrag.

Modul 1 ist ok.

Modul 2 ist sprachlich echt schlecht, vor allem wenn man die Aussage im Kontext des bestehenden Textes liest, der gestrichen werden soll:

„Lebensgemeinschaften auch von mehr als zwei Personen müssen erarbeitet und verwirklicht werden.“
ist halt nicht gleichbedeutend mit
„Konzepte der Erweiterung der eingetragenen Lebenspartnerschaft zu einer eingetragenen Lebensgemeinschaft auch von mehr als zwei Personen müssen erarbeitet und verwirklicht werden.“

Empfehlung:
Leider ABLEHNEN. Zum nächsten BPT gerne wieder, ich helf‘ auch gern mit!

GP003

Unsere Gesellschaft muss zu einer Innovationsgesellschaft werden!

Formale Fragen:
Soll das ein neues Kapitel im GP werden?
Soll das ein Unterpunkt zu einem bestehenden Kapitel sein?
Wo soll das Zeug hin, nachdem wir ja erst beim letzten Parteitag einen Monster-Antrag mit drölfzig Modulen angenommen haben um das komplette Programm aufzuräumen und neu zu ordnen?

Und inhaltlich?
Unsere Gesellschaft soll also eine „Innovationsgesellschaft“ werden, eine „Innovation Society“ (Anglizismus yaaay) und das aber als juristische Person die sich finanziell selbst tragen und auch sonst eine eierlegende Wollmilchsau sein soll. Aha.

Weiter unten dann

Die Piratenpartei erwartet dadurch im Einzelnen:

  • ein Wachsen der Einnahmen des Staates mit der Möglichkeit, den Schuldenabbau zu erreichen und ein „Bedingungslosen Grundeinkommen“ zumindest in Teilbereichen (Alleinerziehende) einzuführen.
    Wieso grade bei den Alleinerziehenden zuerst?
  • eine erhebliche Minderung, wenn nicht gar Beseitigung der Arbeitslosigkeit.
    und gleichzeitig
  • eine zunehmende Automatisierung von Wertschöpfungsprozesse durch Roboter mit künstlicher Intelligenz.
    Tingeln wir nicht seit Jahren durch die Gegend und erklären, dass Vollbeschäftigung & Wachstum eine Illusion seien vor allem wenn jetzt alles automatisiert wird und wir vor allem DESHALB ein BGE wollen? Und nu wollen wir die Arbeitslosigkeit MINDERN, ja sogar beseitigen? Uiuiui

Also, ich bin ja nur GenSek und habe mein Ohr nicht am Puls der Zeit was die politische Arbeit betrifft, aber können wir das bitte nochmal durchdiskutieren? Ein Wahlparteitag ist dafür total gut geeignet. NICHT.

Empfehlung: ABLEHNEN (sorry Michele)

Anträge zum Wahlprogramm

GP002

(was ist denn da mit der Nummernvergabe passiert?)
Krankenversicherung für Selbständige und andere Freiberufler
Das ist dann der sogenannte Holler-Abschnitt?
Sinnvoller Antrag. Eine grundsätzliche und automatische Versicherungspflicht für ALLE und keine rückwirkende Nachzahlung für die Übergangsphase fänd‘ ich noch besser, aber das ist als Basis zum drauf aufbauen schonmal gut.
Empfehlung: ANNEHMEN

WP001

Strafrechtliches Mittelalter überwinden (I) – Abschaffung §103 StGB
Antragsteller Piratenschlumpf.
In der Regel Zeichen für einen garantierten No-Brainer.
Kurz überfliegen, zustimmend nicken und Ja-Karte heben.
Empfehlung: ANNEHMEN

WP002

Tierschutz – Erweiterung § 1 Tierschutzgesetz
Okay, davon hab ich keine Ahnung.
Dem Antrag ist ein Link zum Österreichischen Recht beigefügt
Da ist explizit das mit der „Qualzüchtung“ genannt, was auch in Deutschland in §11 TierSchG  verboten ist – außer für wissenschaftliche Zwecke.
Ich verstehe den Antrag so, dass mit der Gesetzesänderung explizit auch Qualzucht zu wissenschaftlichen Zwecken ausgeschlossen werden soll. 
Klingt ok.
Empfehlung: Antragstellerin fragen an welche „Mißhandlungen, die bislang nicht geahndet werden sie denkt und dann ANNEHMEN.

WP003

Tierschutz in der Nutztierhaltung
Der alte Text aus dem WP soll verkürzt und aktualisiert werden. Mir gefällt das.
Empfehlung: ANNEHMEN.

 Rootanträge

RA001

Puh.
Also Leute, das sind 32 Seiten PDF. Mit Zitat, Vorbemerkung und Einleitung und allein 5 Seiten Quellenangabe.
Das ist kein Leitantrag, das ist ne wissenschaftliche Arbeit. Gibt’s das auch schlagzeilenfähig als TLDR? 
Es gab ja einige Kritik an diesem Antrag und die Antwort von mehreren Leuten war: „Wir brauchen mehr inhaltliche Debatten“. Jo. brauchen wir. Und es ist der Job unserer PolGFs entsprechende Möglichkeiten (aka Strukturen) und Formate für inhaltliche Debatten zu schaffen. Ein Wahlparteitag ist dafür total gut geeignet. NICHT. 
Empfehlung: Antragsteller fragen, ob er seinen Antrag in 3 Sätzen mit einfacher Sprache zusammenfassen kann, damit die Versammlung weiß um was es überhaupt geht.
Ach ja und ABLEHNEN.

Satzungsänderungsanträge

SAÄ002

Änderung von Anträgen durch den BPT
Grundsätzlich will ich das für den Bund haben, nur leider ist da halt ein Bug drin.
Es sind hier beliebig viele Änderungen möglich, was am Ende bedeuten kann, die Versammlung muss über 2-x verschiedene Varianten des Antrags abstimmen. 
In NRW gab es bereits den Fall, mit mehreren Versionen gleichzeitig. Für jede ne Stunde warten und vorstellen. Ist die Hölle für die VL und die Versammlung blickt da auch nicht mehr wirklich durch.
Bitte den Antrag das nächste Mal entweder mit der Festlegung, dass pro Antrag nur EINE Änderung möglich ist und die gegen die Grundversion abstimmen lassen (Kommt auf meine ToDo Liste)
ODER
beliebig viele Änderungen zulassen, den Antrag aber nur in der aktuellesten Form abstimmen.
Empfehlung: ABLEHNEN (kommt zum fixen auf die ToDo)

SÄA004

Erhöhung des Mitgliedsbeitrags + Festlegung Minderung auf 12€
Antragsteller Piratenschlumpf
Was hatte ich dazu gesagt?
Empfehlung: ANNEHMEN!

SÄA005

Erstellfrist für Zuwendungsbescheinigungen
Oh, manche Gliederungen kriegen das mit den Spendenbescheinigungen nicht gewuppt, lasst uns ne Frist in die Satzung schreiben, DANN MÜSSEN DIE DAS RECHTZEITIG MACHEN!
Ja nee is‘ klar. Für die Abgabe des Rechenschaftsberichts ist auch ne Frist in der Satzung. Das klappt hervorragend. NICHT.
Ernsthaft, was soll das konkret bringen?  Kann man in die Satzung schreiben, ist aber völlig sinnfrei, was die Lösung des Problems betrifft. Nur noch mehr Futter für die, die ein bisschen drauf hauen wollen. 
Empfehlung: ABLEHNEN

SÄA006

Ordnungsmaßnahmen sind Gerichtssache
SGO Foo vom Kompa. Ich verstehe was Markus da will.
Es gab bei uns durchaus Fälle in diversen Landesverbänden in denen es nötig war, dass ein Vorstand schnell handeln musste:
Freidrehende Schatzmeister zum Beispiel, die komische Dinge mit Kontenzugriff oder der Barkasse gemacht haben oder Datenschutzfails (ich sag nur „Aktenkoffer“ oder „Beamerbild“).
Bis alleine der Schriftsatz für das Schiedsgericht fertig ist,  eingereicht und bearbeitet wird können locker 1-3 Wochen rum sein. 
Ich erinnere mich an ein Eilverfahren das bis zur Anhörung schon 3 oder 4 Wochen gebraucht hat. Und das ist kein Vorwurf an irgendwen, er würde zu langsam arbeiten. Das mit dem Ehrenamt und der Zeit und so.
Wenn es da ein Konzept gibt, wie man das innerhalb von 24h gelöst kriegt können wir das gerne ändern.
Empfehlung: ABLEHNEN  

SÄA009

Einrichtung eines Beirates
Da wurde vor einiger Zeit ja bereits ein anderer Beirat (aka. Fachausschuss für Finanzen aka SM-Club) gegründet. Wenn die „Kontrolle des Bundesvorstandes“ dieses neuen Beirats so ähnlich aussieht dann haben wir noch mehr Probleme und vor allem noch mehr Selbstbeschäftigung.
Grundsätzlich halte ich überhaupt nichts davon ein solches Organ zusätzlich zu schaffen, das per Definition keinen wirklichen Zweck hat, außer den BuVo mit erhobenem Zeigefinger zu ermahnen und alle Prozesse durch Endlosdebatten noch mehr in die Länge zu ziehen
Empfehlung: ABLEHNEN.

SÄ007

SÄA008

SÄA010

SÄA011

Die kann ich alle zusammenfassen weil die auf so vielen Ebenen einfach nur schlecht sind. Sowohl formal als auch inhaltlich.
Spricht auch für sich, dass jeweils 2 der „Unterstützer“ ihre Unterstützung zurückgezogen haben.
Empfehlung: Alle ABLEHNEN.

Positionspapiere

PP001

Ablehnung von Quoten
Inhaltlich ja eigentlich genau auf meiner Linie.
Ich finde Quoten doof und auch deren inkonsequente Handhabung.
Ich hatte aber gehofft nicht schon wieder Genderthemen diskutieren zu müssen.
Empfehlung: ANNEHMEN

PP02

Für eine menschwürdige Pflege
Geiler Scheiß vom Krella. Guter Mann, guter Antrag.
Warum ist das ein Positionspapier und kein Wahlprogramm?
Empfehlung: ANNEHMEN!

Sonstige Anträge

SO001

Unvereinbarkeitserklärung CDU
Mit der Begründung können wir mal grundsätzliche Unvereinbarkeit mit ALLEN Regierungsparteien in Deutschland beschließen. Ist wohl kaum zielführend und bricht so manchem unserer kommunalen Piraten mal eben das Genick.
Empfehlung: ABLEHNEN

SO002

Sondierungsgespräche mit der Ökologisch-Demokratischen Partei aufnehmen
Grundsätzlich ist das ja eine interessante Idee bei all den kleinen Parteien in D mal zu schauen, wo es Synergieeffekte gibt um daraus mehr Schlagkraft zu basteln. Hauptargumente sind die strukturellen Probleme und das gemeinsame Thema BGE.
Themenbündnisse sind doch bereits jetzt möglich. Die Sozialpiraten bespielen doch eh alles was nicht bei 3 auf den Bäumen ist (Gut so!) und was die strukturellen Probleme betrifft können wir dann gemeinsam rumheulen wie gemein das mit der PartFin ist?
Empfehlung: KEINE. Wenn das der Basis wichtig genug ist, dann wird sich bestimmt ein Team finden das sich drum kümmert, oder? ODER??

SO004

Parteinahe Stiftung
Okay, mal abgesehen davon, dass die Webseite des Vereins ja auch eher mit spärlichen Inhalten glänzt und nicht so ganz klar ist, was die da überhaupt treiben: eine parteinahe Stiftung zu gründen bringt halt irgendwie gar nix, da wir nicht im Bundestag sind. Wozu das gut sein soll ist unklar. Es gibt auch keinerlei Begründung.
Empfehlung: ABLEHNEN

SO005

Kanzlerkandidaten nominieren
Antrag auf 3. BPT in 2016 durch die Hintertür.
Nö. Eher nicht. Ist bisschen zeitkritisch und Kohle ist dafür auch nicht da.
Empfehlung: ABLEHNEN

SO006

Weiterer Programmparteitag
Antrag auf BPT 16.3 durch die Vordertür.
Siehe SO005
Empfehlung: ABLEHNEN